Meine Rede in der Aktuellen Stunde zu interkulturellen Schulungen der Stadtpolizei

Sehr verehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher,
sehr verehrte Kolleginnen und Kollegen!

Ich hatte die Frage heute gestellt und noch einmal angemeldet, weil ich die Art der Schulung besonders bemerkenswert fand. Die Dezernentin hat die Schulung zur interkulturellen Kompetenz bereits im Kulturamt, für die Stadtpolizei, in der Bauaufsicht, im Presse- und Informationsamt sowie im Jugend- und Sozialamt durchgeführt. Demnächst wird sie auch bei der VGF angeboten. Diese Schulungen werden immer angepasst. Es gibt nämlich bei diesem Thema keine Patentrezepte und keine Handlungskonzepte von der Stange, aus denen man schließen kann, Menschen aus diesem Land muss man immer so behandeln und Menschen aus jenem Kulturkreis immer so.
In Frankfurt leben Menschen aus 180 Nationen. Es ist einfach unmöglich, Patentrezepte rauszugeben.

Man muss aber das Wissen vermitteln, dass es eben Menschen gibt, die in einer Verhandlungssituation automatisch laut und schroff reagieren, obwohl sie überhaupt keinen Widerspruch geltend machen wollen. Umgekehrt gibt es Leute, die eine Maßnahme oder eine Anordnung überhaupt nicht verstehen, freundlich bleiben und lächeln, das Gleiche aber wieder machen. Diese Unterschiede muss man einfach vermitteln. Darum geht es. Es war Bestandteil dieser Schulungen, über unterschiedliche Bevölkerungsgruppen und die unterschiedlichen Arten der Zuwanderung zu informieren. In diesen Schulungen wird Wissen vermittelt, das uns allen guttun würde, einen Perspektivenwechsel ermöglicht und das Verständnis für andere Sichtweisen schärft.

Die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Lebensweisen, mit anderen Mentalitäten, Normen, Tabus oder Klischees wird beleuchtet. Inhalt ist auch, die eigene Einstellung zu hinterfragen und Verhaltensoptionen zu entwickeln. Genau das war Bestandteil dieser Trainings wie auch die Information, wie man zum Beispiel eine differenzierte Begrüßung anwenden kann. Grundsätzlich gilt bei aller Verschiedenheit immer, gerade bei der Stadtpolizei, dass es eine einheitliche Linie gibt und die Stadtpolizei keinen Widerspruch in der Wahrnehmung in ihrer Funktion als Ordnungsbehörde duldet. Es war auch für die Polizistinnen und Polizisten der Stadtpolizei wichtig, das Selbstverständnis als Vertreterinnen und Vertreter einer Behörde im Rechtsstaat und der Demokratie zu stärken. Vor dem Hintergrund würde ich mir wünschen und heute auch noch einmal dafür werben, dass diese Schulungen ausgeweitet und fortlaufend gestaltet werden. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtpolizei, auch diejenigen, die neu eingestellt werden, sollten diese Schulungen bekommen. Ich würde mich freuen, wenn wir das weiter fortsetzen könnten.

Danke schön!


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