Frankfurt ist und bleibt lebendige Kulturstadt

Eine substanzielle Unterstützung seitens des Landes erhält die Stadt hierfür nicht, im Gegensatz zu den hessischen Städten mit Landesmuseen und Staatstheatern. Die Haushaltssituation der Stadt Frankfurt ist angespannt, und es muss gespart werden, um zukünftig noch handlungsfähig zu bleiben. Das im Haushaltsentwurf geplante Defizit für das Jahr 2013 beträgt 77 Millionen Euro, für 2016 sogar 198 Millionen Euro. Verantwortungsvolle Politik für Frankfurt muss hier gegensteuern und das bedeutet ein Haushaltssicherungskonzept aktiv zu verfolgen und nicht nur darüber zu reden. Auch der Kulturetat muss sich, wie alle anderen Bereiche, diesen finanziellen Rahmenbedingungen stellen.

Der Haushaltsentwurf sieht einen Zuschuss von 166 Millionen Euro für den Kulturetat vor. Die Stadt finanziert damit ein so breites kulturelles Angebot wie keine andere vergleichbare Stadt in Deutschland: Von Oper und Schauspiel über die vielen Museen bis zur Städelschule. Besonders wichtig für eine lebendige Kulturstadt: Die Zuschüsse an die freie Tanz- und Theaterszene und das Engagement im Bereich kultureller Bildung, wie dem Kulturcard-Programm des Bildungsdezernats, jedem Grundschulkind mindestens einmal im Jahr den Besuch einer Kulturinstitution zu ermöglichen. Aber nicht nur der Kulturetat trägt zur Vielfalt der Kultur bei, so engagiert sich die Stadt beispielsweise auch finanziell für das Künstlerhaus "basis e.V." und hat das Programm "Leerstehende Räume für Kreative" aufgelegt.

Kulturpolitik kann und darf sich aber nicht vor der Finanzsituation verschließen. Die Haushaltskommission der schwarz-grünen Koalition hat daher bei den Investitionen der Stadt unter anderem vorgeschlagen, dass es kein städtisches Geld für das Romantikmuseum und einen Theatersaal im Paradieshof geben soll. Wenn Teile der Frankfurter Bürgerschaft, die schon erfolgreich für die Erweiterung des Städels geworben und gestiftet haben, dies für ein Romantikmuseum wieder tun, dann begrüßen und unterstützen wir GRÜNE dies ausdrücklich.

Unverständlich ist jedoch die Tatsache, dass die Spitze des Kulturfonds Frankfurt RheinMain jetzt öffentlich erklärt hat, der Kulturfonds würde finanziell für das Romantikmuseum einspringen. Solche Vorstöße müssen mit allen Gesellschaftern abgestimmt werden und es stellt sich die Frage, warum der Kulturfonds sich nicht finanziell eher für eine Bühne für Michael Quasts "Fliegende Volksbühne" einsetzt. Förderungswürdig findet der Kulturfonds die künstlerische Leistung, das zeigt die Bezuschussung von „Barock am Main". Die Fliegende Volksbühne sollte hier nicht weniger Unterstützung erfahren als das Romantikmuseum. Alle Alternativen, wie die Vorfinanzierung durch einen Privatinvestor, die übergangsweise Nutzung des Cantate-Saals oder eine mögliche Unterbringung im geplanten Stadthaus, sollten gründlich geprüft und beraten werden, um dem Mundarttheater in Frankfurt eine Zukunftsperspektive zu bieten."

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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