Meine Veranstaltung zum IDAHOT 2017: „Unschlagbar!? – Gewalt und Übergriffe gegen LGBT*"

 Wie alle Menschen werden auch Lesben, Schwule und Transgender in Frankfurt Opfer von Alltagskriminalität. Doch darüber hinaus sind sie auch von sogenannter Hass-Kriminalität betroffen, zu deren Ziel sie nur deshalb werden, weil sie so sind wie sie sind.
Während die Gefahr verbaler Übergriffe und körperlicher Gewalt aus homo- oder transphober Motivation vor wenigen Jahrzehnten noch sehr präsent war, ist sie in der Wahrnehmung der Communities heute zunehmend in den Hintergrund getreten.

Zwar ist sie für Menschen, die vor allem die schwulenfeindliche Gewalt früherer Jahrzehnte miterleben mussten, noch immer in furchtbarer Erinnerung und auch bei Personen, die selber Gewalterfahrungen machen mussten, längst nicht vergessen. Doch unter jüngeren LGBT* und vor allem in der Gesamtgesellschaft spielt Homo- und Transfeindlichkeit im Grunde nur noch eine nachgeordnete Rolle.

Veranstaltung

Gleichwohl rütteln Meldungen brutaler Übergriffe auf Lesben, Schwule und Transgender vor allem aus Berlin die Communities bundesweit auf und die Veröffentlichungen von Anti-Gewalt-Projekten, die steigende Übergriffszahlen auf LGBT* dokumentieren, lassen eine neue Beklommenheit entstehen, die schon überwunden geglaubt war.

Die Wahrnehmung der tatsächlichen Gegebenheiten wird zusätzlich verzerrt durch den Umstand, dass lesbische Frauen oft anderen Anfeindungen ausgesetzt sind als Schwule. Transgender erfahren wiederum eine andere Häufigkeit und Qualität von Übergriffen im Alltag. Es gibt also offenbar mehr als nur eine Sicherheit und Unsicherheit.

Ist Frankfurt für Lesben Schwule und Transgender also nun eine sichere Stadt? Oder haben sich die Zeiten geändert und muss man wieder vorsichtiger sein, wo und wem gegenüber man sein Schwulsein zeigt?
Gibt es Orte und Situation, die LGBT* bewusst oder unterbewusst meiden?
Wie stellen sich Entwicklung und gegenwärtige Situation für Menschen aus der Szene, wie für Berater*innen von Anti-Gewaltprojekten und wie für die Frankfurter Polizei dar?

Um diese Fragen zu beantworten, habe ich für den Internationalen Tag gegen Homo- und Transphobie (IDAHOT) am 17. Mai 2017 eine Veranstaltung in der queeren Frankfurter Kultur-Bar SWITCHBOARD organisiert.

Mit mir auf dem Podium waren

  • Constance Ohms, Vorstandsmitglied von Broken Rainbow, Bundesverband der lesbischen, lesbisch-schwulen und transidenten Anti-Gewalt-Initiativen Deutschland e.V.
  • Matthias Block-Löwer, Ansprechpartner für gleichgeschlechtliche Lebensweisen beim Polizeipräsidium Frankfurt am Main
  • Norbert Dräger, Berater u.a. für das schwule Anti-Gewalt-Projekt der AIDS-Hilfe Frankfurt e.V. 
  • und ich höchstselbst, diesmal in meiner allgemeinen Funktion als LGBT*-Aktivistin
  • Moderation: Ralf D.
Bild: AIDS-Hilfe Frankfurt e.V.

 

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