Sicherheitspolitische Sommertour 2014: 3. Tag - Besuch bei der Feuerwehr Rödelheim

FF Rödelheim 1909Als die Freiwillige Feuerwehr Rödelheim am 16. Dezember 1860 das erste Mal alarmiert wurde, lief es keinesfalls reibungslos: Obwohl es schon seit 5 Uhr morgens in der Nähe von Oberursel brannte, alarmierte der Bürgermeister erst eine Stunde später seine Feuerwehr. Die Spritze wurde bespannt und verließ Rödelheim zur nachbarschaftlichen Löschhilfe um 7 Uhr. Weil aber zunächst kein Wagen für die Mannschaft aufzutreiben war und überdies nur zwei Pferde vorgespannt werden konnten, konnten die Wehrleute erst um 8 Uhr ausrücken und mussten einen großen Teil der Strecke zu Fuß gehen.
In Steinbach traf man dann wieder auf den eigenen Spritzenwagen und wurde darüber informiert, dass das Feuer mittlerweile gelöscht sei und trat unverrichterter Dinge den Heimweg an, ohne überhaupt an der Einsatzstelle gewesen zu sein.


Heute dagegen ist ein solcher Einsatzverlauf undenkbar. Binnen weniger Minuten kann die Feuerwehr Rödelheim über tragbare Funkemeldeempfänger durch die Zentrale Leitstelle der Frankfurter Branddirektion alarmiert werden.
Obwohl Frankfurt heutzutage über eine Berufsfeuerwehr verfügt, ist die Feuerwehr Rödelheim werktags von 18:00 Uhr bis 6:00 Uhr des darauf folgenden Tages und an Wochenenden und Feiertagen rund um die Uhr alarmbereit.
Auch das Bespannungsproblem spielt heute keine Rolle mehr.
Das moderne Allroundfahrzeug LF 10/6 verfügt gleich über 210 Pferdestärken, die dank Allradantrieb auch in schwierigem Gelände  Mannschaft und Gerät schnell und sicher zur Einsatzstelle bringen.


Darüber hinauswird die Rödelheimer Wehr demnächst auch noch über ein weiteres modernes Löschgruppenfahrzeug 20/16 verfügen. Weil die Berufsfeuerwehr Frankfurt ihre LF 20/1618 Hlfeleistungslöschfahrzeuge (HLF) aus dem Jahr 2005 durch neue ersetzt hat, werden die HLF nun auf die Bedürfnisse der Freiwilligen Feuerwehren umgerüstet und gehen in deren Fahrzeugbestand über. Erstamls sind auf diesem Fahrzeug alle vier Atemschutzgeräte im Fahrzeuginnenraum untergebracht sind, so dass sie bereits während der fahrt zur Einsatzstelle angelegt werden können.
Die Übergabe des neuen LF 20/16 bedeutet allerdings in Rödelheim, dass ihr LF 16-TS, also ein Klassiker unter den Katastrophenschutzfahrzeugen der Feuerwehr abgegeben werden muss.

Und natürlich ist die nachbarschaftliche Löschhilfe auch im weitesten Sinne längst mit in das Aufgabenspektrum der Feuerwehr Rödelheim eingeplant. Die Wehr betreut das Equipment für die Hochwasserlogistik der Feuerwehr Frankfurt. Das Material ist ständig einsatzbereit in zwei Wechselladercontainern verlastet. 
Seit März dieses Jahres hat Rödelheim nun auch noch die Betreuung des Abrollbehälters für eine große Menge an Schlauchmaterial übernommen. Diser Abrollbehälter kommt immer dann zum Einsatz, wenn Wasser über größere Wegstrecken transportiert werden muss.

Das auf der Bereichswache 30 der Berufsfeuerwehr stationierte Trägerfahrzeug für die Container steht sowohl der Fachgruppe "Wasser" des Technischen Hilfswerkes (THW) als auch der Frankfurter Feuerwehr zur Verfügung. Ein gutes Beispiel für die Organisationsübergreifende Kooperation im modernen Katastrophenschutz.      

Aktuell zählt die Einsatzabteilung der FF Rödelheim 25 Frauen und Männer, die Jugendfeuerwehr 20 Mitglieder und die Minifeuerwehr hat mit 30 Kindern so einen großen Zulauf, dass eine Warteliste geführt werden muss.                                

 

 

 

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