Sicherheitspolitische Sommertour 2014: 4. Tag - Besuch bei der DLRG Frankfurt

DLRG am NizzaSie waren einfach schon zu lange unter Wasser. Jede Hilfe kam zu spät. Beziehungsweise waren sie überhaupt im Wasser. Für Mobiltelefone ist diese Umgebung noch gefährlicher als für Menschen. Und so konnten die TaucherInnen der Frankfurter DLRG in meinem Beisein nur noch die traurigen Überreste zweier Smartphones und eines Portemonaies an die Polizei übergeben. Gefunden hatten sie die Gegenstände während ihrer Tauchausbildung unter Strömungseinflüssen im Main vor der DLRG-Station Nizza an der Untermainbrücke.


Über 30.000 Stunden Wachdienst leisten die EhrenamtlerInnen dort und an anderen Orten in Frankfurt im Jahr.
Das Wachgebiet DLRG Taucheram Main reicht von der Schleuse Offenbach im Osten bis zur Schleuse Griesheim im Westen. 28.000 Stunden leiste im vergangenen Jahr allein die Fachgruppe Boot.
Die hatte im vergangenen Jahr auch Nachwuchs bekommen - gleich ganz großen: Das neue Mehrzweckrettungsboot mit dem Namen "Thaddäus Bell" konnte in Dienst gestellt werden. Neben dem geschlossenen Fahrstand, der auch bei schlechtesten Witterungsbedingungen noch einen Einsatz möglcih macht, verfügt das neue Boot am Bug über eine stabile Anlegeeinrichtung und auf der Steuerbordseite über eine Rettungs- und Bergeklappe.
Durch ein fest installiertes Sidescan-Sonar können Personen und Gegenstände unter Wasser gesucht und geortet werden.

Der neue Gerätewagen WasserettungEbenfalls neu im Fuhrpark der Frankfurter DLRG ist der neue Gerätewagen Wasserrettung (Mercedes-Benz Vito 4x4) mit neuem Einsatzfahrzeugkonzept, das ausschließlich aus Vereinsmitteln beschafft wurde und in zeitraubender Eigenleistung geplant und umgesetzt wurde.

Obwohl Frankfurt im letzten Jahr vom Hochwasser verschont wurde, konnte die Frankfurter DLRG als Bestandtteil des Frankfurter Hilfskontingentes bestehend aus Kräften der Berufs- und Freiwilligen Feuerwehr, der Frankfurter Hilfsorganisationen und der Feuerwehr Offenbach zeigen, dass sie im Rahmen des Frankfurter Katastrophenschutzkonzeptes unbürokratsich ihren Beitrag leisten können.
In dem viertägigen Einsatz beim Jahrhunderthochwasser im niedersächsischen Lüchow-Dannenberg arbeiteten sie am Aufbau des Hochwasserschutzsystemes und in der mitgeführeten Abschnittführungsstelle mit.

Insgesamt 116 SchülerInnen und 20 Erwachsenen haben die Mitglieder der Frankfurter DLRG im vergangenen Jahr das Schwimmen beigebracht. Trotz Zehntausender Stunden Wachdienst und moderner Ausrüstung bleibt das Schwimmvermögen die wirksamste Prävention zur Vermeidung von Wasserunfällen.

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