Drei starke Frauen im Dialog

GRÜNEN-Politikerinnen Ursula auf der Heide und Jessica Purkhardt besuchen Frankfurts erste Revierleiterin der Polizei, Katja Heckmann

Im 11. Polizeirevier in Frankfurt Rödelheim sitzt seit Kurzem eine Frau auf dem Chefsessel, die Erste Polizeihauptkommissarin Katja Heckmann. Mit ihrem beruflichen Weg und einer außerordentlichen Karriere als Führungskraft  ist sie Pionierin, in Frankfurt und ebenso in Hessen.

Dies war Grund genug für die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der GRÜNEN im Römer, Ulla auf der Heide, die Mitglied des Ausschusses „Wirtschaft und Frauen“ ist, und die Stadtverordnete Jessica Purkhardt, Mitglied des Ausschusses „Recht und Sicherheit“, Heckmann auf „ihrem Revier“ einmal persönlich kennenzulernen und sich auszutauschen.


Sie treffen auf eine engagierte, kommunikative und auch nach zweiunddreißigjähriger Dienstzeit unverändert begeisterte Polizistin, die gleichermaßen Entschlossenheit und Empathie ausstrahlt.

Dass sie als erste Frau in dieser Position eine Vorreiterrolle einnimmt, ist Revierleiterin Heckmann bewusst. Sie ist sich sicher, dass bald weitere Frauen nachfolgen werden, da sich Strukturen und Arbeitsweise der Polizei – ebenso wie in anderen Bereichen – grundlegend gewandelt  hätten. So seien gute Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geschaffen worden und ein hierarchischer Führungsstil heute nicht mehr zeitgemäß.

Wie überall geht es auch bei der Polizei heutzutage vor allem um erfolgreiche Teamarbeit – und als Führungskraft darum, sich um seine MitarbeiterInnen zu kümmern, einen (auch kritischen) Dialog zu gestalten und authentisch zu sein. Entsprechend führt sie ihre über vierzig MitarbeiterInnen, darunter fünf Frauen. Für die jungen Kolleginnen sieht sie sich auch als Beraterin und will sie gern in ihrer beruflichen Entwicklung unterstützen.

22 Prozent beträgt der Frauenanteil unter den rund 3.200 Beschäftigten der Polizei in Frankfurt. „Damit liegen wir über dem Durchschnitt in Hessen von aktuell 18 Prozent, doch die Polizei sollte ja auch ein Spiegel unserer Gesellschaft sein. Sicherheit ist ein sensibles und hochaktuelles Thema, das zu wichtig ist, um es den Männern ‚zu überlassen‘. Deshalb müssen noch mehr Frauen die Karrieremöglichkeiten bei der Polizei nutzen“, stellt Purkhardt fest. „Ich habe höchsten Respekt vor dem, was Katja Heckmann mit enormer Energie und Selbstvertrauen erreicht hat“, ergänzt die Stadtverordnete.

Für Heckmann ist es auf jeden Fall der Traumjob: „Ich wollte eigentlich schon  immer zur Polizei: Tagtäglich mit ganz unterschiedlichen Menschen zusammentreffen, draußen unterwegs zu sein und morgens nicht zu wissen, was mich an diesem Arbeitstag erwartet, ist genau mein Ding.“ Die Bandbreite an Aufgaben macht den Beruf ihrer Überzeugung nach so attraktiv – und die fehlenden Nachwuchssorgen der Polizei geben ihr Recht. „Unser Job besteht im Wesentlichen darin zu helfen, einzugreifen, zu kommunizieren – Polizistin ist für mich ein Beruf mit einer hohen sozialen Verantwortung“, erläutert Heckmann weiter.

Insbesondere das Thema Frauen begleitet sie dabei schon seit vielen Jahren, da sie im Frankfurter Arbeitskreis „Gewalt gegen Frauen und Mädchen“ mitgewirkt hat.

„Vorbilder wie Katja Heckmann sind ganz wichtig. Nur wenn eine mutig vorangeht, trauen sich andere, es ihr nachzumachen. Das ist die Erfahrung, die ich immer wieder mache“, betont auf der Heide. „In der Stadt Frankfurt wollen wir, dass mindestens dreißig Prozent der Führungspositionen in städtischen Eigenbetrieben und Gesellschaften, in Aufsichtsräten und Verwaltung von Frauen besetzt werden. Hieran halten gerade wir GRÜNEN entschieden fest und freuen uns über Mitstreiterinnen.“

„Ihr Revier“ zu haben, in dem sie für die Menschen da ist und etwas bewirken kann, ist für Heckmann erreicht. Die fünf Jahre bis zu ihrer Pensionierung wird sie zu nutzen wissen, um das umzusetzen und an die nächste PolizistInnen-Generation weiterzugeben. Und das Gespräch mit den beiden GRÜNEN-Politikerinnen wird nicht das letzte sein, so viel ist sicher.

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