Litauen: Nicht mein Tag

Heute war nicht mein Tag. Ich hatte meine Schalung für das Zaunfundament gestern schon fertig gebaut und freute mich darauf, sie heute auszubetonieren. Gestern hatte ich beim Abendessen noch erklärt, wie wichtig es sei, den Beton nur erdfeucht anzumischen, denn nur so erhält er die größte Festigkeit. Als ich dann heute morgen das Gesagte in die Praxis umsetzen sollte, hatte ich gleich zu viel Wasser im Eimer und der Fertigbeton wurde eine sehr dünne Brühe.

Ich konnte ihn dann aber soweit nachmischen, dass er brauchbar wurde. Es war gerade einmal ein Sack Fertigbeton, der zu verarbeiten war und ich war schnell fertig damit. Als ich mein Werkzeug zusammengepackt hatte und mir eine andere Arbeit suchte, ritzte jemand noch meine Initialen in den frischen Beton. Schade, denn ich hatte mir große Mühe gegeben, eine glatte Oberfläche herzustellen.

Nun war es erst halb zehn und ich musste ich mir eine neue Arbeit suchen. Gestern hatte ich zum Feierabend eine kleine Dose Bier getrunken und die hing mir heute nach. Ich saß ein bisschen am Versorgungszelt und überlegte mir, wie ich diesen Tag rumbringen sollte. Der große Berg Mutterboden , der noch mit dem Schubkarren abzufahren gewesen war, war nun fort und die Gruppe für die Schlosserarbeiten hatte bereits genug Personal. Deshalb half ich einigen anderen, von außen die Sockelmauern der Friedhofsumrandung abzukratzen. Das war sicherlich nicht die vordringlichste Arbeit und für mich wenig erfüllend. Es gelang mir aber mich bis Feierabend damit zu beschäftigen. Auf jeden Fall werde ich mir heute das Feierabendbier sparen, denn es belastet den nächsten Tag. Außerdem werde ich immer so rechtzeitig ins Bett gehen, dass ich morgens ausgeschlafen bin. In den letzten Tagen hatte ich nämlich immer abends noch sehr lange, teilweise bis Mitternacht, am Laptop gesessen und meine Videos geschnitten. Doch bei der anstrengenden Arbeit an der frischen Luft zählt jede Stunde Schlaf.