Litauen: Angebaggert

Heute war der schönste Arbeitstag bislang. Nach dem Wochenende mit den beiden Ausflügen ins Memelland und auf die Kurische Nehrung war ich sehr erholt und bin ausgeschlafen in den Tag gestartet. Heute sollten noch mal 12 Kubikmeter Mutterboden angeliefert werden und auch ein kleiner Radlader, um sich dieses Mal das stundenlange, ermüdende Schubkarren fahren mit hohem Personaleinsatz zu ersparen.

Als wir mit unserem Bus morgens am Friedhof ankamen, lud bereits der Lastwagen die Erde ab. Mit zwei Kollegen suchte ich mir aber erstmal an anderer Stelle Arbeit. Wir schnitten Äste von Bäumen und Büschen zurück, die über die Friedhofsmauer gewachsen waren. Bis Mittag konnte ich mich damit beschäftigen. Während des Mittagsessens kam dann der der Bobcat- Mini-Radlader. Mit einem Kollegen probierte ich etwas herum, wie er sich fahren ließ und dann stieg ich auch schon voll in die Materie ein. Für den Rest des Tages fuhr ich Pendelverkehr vom Friedhofstor bis zum hinteren Teil des Friedhofs, wo der Mutterboden aufgefüllt werden musste. Das macht natürlich Spaß und sparte uns viel Arbeitskraft. Nach drei Stunden waren wir zu dritt mit der Arbeit fertig, für die wir letzte Woche mit sieben Leuten fast den ganzen Tag gebraucht hatten. Der Nachteil das Radladers war allerdings, dass er den Friedhofswege sehr zusetzte, denn er hatte keine gelenkte Achse, so dass er auf der Stelle drehte. In den Kurven beschädigte er die Oberfläche des Weges stark. Der dumme Spruch „wo gehobelt wird, fallen Späne“ stimmte hier leider. Im hinteren Teil des Waldes, wo nur tiefer Sandboden ist, hinterließ ich mit meinem Bagger furchtbare Furchen.

Doch am Ende des Tages war der gesamte Erdhügel abgefahren und dort verteilt, wo er hin sollte. Niemand von uns hatte langer Arme und die Furchen, die ich in den Friedhofsweg gefahren hatte, waren schnell zugeharkt.