...auf See

  • 360°-Skippertraing Biskaya - Tag 8 - Zug um Zug

    Während gestern Abend der Rest unserer Segelcrew zum Abschluss des Törns noch in einer Bar im Hafen einen trinken ging, verabschiedete ich mich vorzeitig, um früh in meine Koje zu kommen, weil der Rückreisetag absehbar anstrengend werden würde. Voll ausgeschlafen erwachte ich deshalb heute Morgen. Mein Segelsack war schnell mit dem wenigen Gepäck gefüllt und der gemeinsame Fußmarsch zum Bahnhof von Rochefort nahm nicht mehr als eine Viertelstunde in Anspruch. Wir verabschiedeten uns voneinander und alle bis auf mich stiegen in den Zug nach Paris. Ich musste noch ein paar Minuten auf meinen TGV nach Bordeaux warten. Weil ich meine Rückfahrt erst sehr spät gebucht hatte, waren alle anderen Verbindungen zwischen Rochefort und Frankfurt schon ausgebucht. So zahlte ich nicht nur Lehrgeld für eine unnötige Fahrt in der 1. Klasse, sondern musste auch einmal mehr umsteigen. Den Fernverkehr in Frankreich erlebte ich bislang aber als zuverlässig, so dass ich mir wegen des zusätzlichen Zwischenhaltes keine Sorgen machte. Nur der Transfer zwischen den Pariser Bahnöfen Montparnasse und Est sollte herausfordernd werden, denn mir blieb weniger als eine Stunde Zeit, um mit der Metrolinie 4 zwischen den beiden Fernbahnhöfen zu wechseln.

  • 360°-Skippertraining Biskaya - Tag 7 - Einlaufen in Rochefort

    Nach einer ruhigen Nacht vor Anker vor der kleinen iÎle-de-Aix erwachten wir mit Blick auf das Fort Boyard auf der Backbordseite der Logoff. Nach einer schnellen Katzenwäsche und dem gemeinsamen Frühstück holten wir den Anker auf und gingen auf Halbwindkurs, um die Flachwasserzone in der Nähe der Insel und der vorgelagerten Muschelbänke zu vermeiden. Unser letzter Hafen dieses Trainingstörns auf der Biskaya sollte Rochefort sein, das nur mehr wenige Seemeilen entfernt lag. So blieb uns noch einige Zeit für zusätzliche Manövertrainings. Unsere nach dem Hersteller Ruth Lee benannte Übungspuppe "Ruth" flog wieder über Bord, um mit dem sogenannten "Münchener Manöver" gerettet zu werden. In einem Gezeitengewässer spielt hier die Strömung eine zusätzliche Rolle und nicht jede Ansteuerung gelang auf Anhieb. Nachdem nun die über Nacht belegten Ankerbojen vor der Insel wieder frei geworden waren, konnten wir nun auch deren Ansteuern und das Festmachen üben. Anschließend setzten wir Kurs auf Rochefort, fuhren in den Fluß Charente ein, warteten noch fünf Minuten vor der Hafenschleuse und machten schließlich an Steg F fest.

  • Biskaya: Manöver vor Fort Boyard

  • Abgrasen

    Einige freundliche Meeräschen grasen den Bewuchs unseres Unterwasserschiffs ab, den wir aus der Bretagne mitgebracht haben.

  • 360°-Skippertraining Biskaya - Tag 6 - La Rochelle

    In der Nacht war ich lange wach. Wenn man sich zu zweit eine Kammer auf dem Schiff teilt und auf der gleichen schmalen und zu den Füßen spitz zulaufenden Matratze schläft, bleibt der eigene Schlaf nicht durchgehend unbehelligt. Entsprechend träge war mein Start in den Tag. Nach dem Ablegen im Yachthafen vom La Rochelle fuhren wir in den alten Hafen der Stadt, um noch ein wenig einzukaufen. Ich nutzte die Gelegenheit, um Postkarten zu erwerben, denn auf jeder Reise versende ich immer genau sechs Postkarten. Oft auch an Menschen, die sicherlich nicht unbedingt mit einem Reisegruß von mir reden. Dabei stelle ich immer wieder fest, dass ich zwar ein riesiges Telefonbuch habe, aber nur noch sehr wenige Postadressen. Wer also mal gerne bei einer meiner nächsten Reisen eine Postkarte vom mir geschickt bekommen möchte, schreibt mir einfach seine Adresse an jessica.bkk/at/gmail.com.
    Bei meiner Rückkehr aus der Altstadt von La Rochelle sah ich gerade unsere Segelyacht Logoff, wie sie gerade mit unseren beiden Skippern an Bord ablegte.

  • Biskaya: Südwestlich vor Saint-Nazaire

  • 360°-Skippertraining Biskaya Tag 5 - Navigatorin des Tages

    Heute war der Tag an dem die Biskaya begann zu liefern, was ich mir von einem Törn in dieser berüchtigten Meeresbucht des Nordatlantiks versprochen hatte. Gleich nach dem Auslaufen aus dem Hafen von Les Sables d'Orlonne setzten wir Segel und machten sofort ordentlich Fahrt gegen die Wellen. Die Schräglage nahm schnell zu, so dass die Steuerbordkante der Logoff kurz über der grünen See durch die Wellenkämme schnitt. Der Seegang erreichte wohl kaum mehr als einen Meter doch trotzdem wurde das Vorschiff immer wieder überspült und die Gischt flog bis über das Heck hinaus.
    Jeden Tag ist jemand anderes aus unserer Crew für die Navigation und Berechnung der Wasserstände der Gezeiten zuständig. Heute war ich dran und setzte unseren Kurs zwischen der Île-de-Ré und den vorgelagerten Austerbänken hindurch, unter der schlanken Betonbrücke zwischen der Insel und La Rochelle, bis in den langen Trichter, der uns in die riesige Marina der großen französischen Hafenstadt führte.
    Als Navigatorin des Tages steuerte ich unsere Segelyacht an einen der 63 Stege für Sport- und Freizeitboote, wo wir so schnell wie sonst nie fest machten, um unsere Reservierung im Restaurant in derAltstadt von La Rochelle einzuhalten. Erst kurz nach 21 Uhr trafen wir dort ein. Für mich gab es als Vorspeise eine fruchtige Ceviche von der Dorade; zum Hauptgang hatte ich mir eine Pilzpfanne mit Wolfsbarsch und Pilzen ausgesucht, die hervorragend schmeckte und von beidem hätte ich problemlos auch die doppelte Portion bewältigen können.
    Zurück mussten wir wie schon beim Hinweg mehrere Kilometer um das Hafenbecken herum laufen und erreichten die Logoff an ihrem Schwimmensteg erst nach Mitternacht.

  • 360°-Skippertraing Biskaya - Tag 4 - Nachtansteuerung

    Nach der Rückkehr aus dem guten Restaurant gestern Abend, lag auf einmal eine kleinere Segelyacht neben uns. Drei junge Franzosen hatten bei der Einfahrt in den Hafen im Dunklen eine Leine in ihren Antriebspropeller bekommen und mussten manovierunfähig bei uns längsseits gehen. Alleine trauten sie sich nicht, ihr Boot an den Steg zu verholen. Unsere Crew half ihnen aber dann dabei und die Erleichterung war der französischen . Besatzung anzumerken. Am nächsten Morgen traf ich dann die junge Frau, die Teil der Crew war im Waschhaus, wo sie gerade sich und ihrem Neoprenanzug das Hafenwasser abgewaschen hatte, durch das sie hinab zur Motorschraube ihres Schiffs getaucht war, um die aufgewickelte Leine aus der Schiffsschraube zu entfernen.

  • 360°-Skippertraining Biskaya - Tag 3 - Funkärztliche Beratung

    Der Segeltag begann mit einem Telefonanruf beim funkärztlichen Beratungsdienst in Cuxhaven. Vorher hatten wir das dafür vorgesehene Formular für die Beratung aus der Ferne ausgefüllt und einen typischen Bordunfall angenommen, bei dem ein Crewmitglied vom herumschlagenden Baum des Großsegels am Kopf getroffen worden war und nun Symptome eines Schädel-Hirns-Tramas aufwies.
    Nachdem diese Übungseinheit abgeschlossen war, hieß es "Leinen los" und die Segelyacht Logoff lief aus dem Hafen von L'Herbaudiére aus.

  • 360°-Skippertraining Biskaya - Tag 2 - Ankerwaschanlage

    Mit zunächst ordentlicher Schräglage sind wir heute Morgen von der Île de Houat Richtung Südosten aufgebrochen. In einer sehr ruhigen Nacht vor Anker habe ich fast neun Stunden geschlafen und so das Schlafdefizit des Anreisetages wieder aufgeholt. Beim aufholen des Ankers lernte ich auch das erste Mal die Ankerkettenwaschanlage kennen. Zunächst hielt ich das für einen üblen Scherz, ähnlich wie das "Kielschwein". Allerdings ist es tatsächlich ein kleiner sprudelnder Wasserstrahl vorne an der Ankerwinde, der mit Seewasser Schlamm und Sand von der einlaufenden Ankerkette spült. Sachen gibt's!

  • Biskaya: Baie de Quiberon

  • 360°-Skippertraining Biskaya - Tag 1 - Einloggen auf der Logoff

    Nach der Rückkehr von der griechischen Halbinsel Chalkidiki bin ich heute nach nur einem Tag zu Hause wieder an die französische Atlantikküste aufgebrochen. In der bretonischen Hafenstadt Vannes liegt die Segelyacht Logoff, auf der ich zusammen mit sieben anderen Seglern ein "360°-Skippertraining" bestreiten werde. Begonnen hat diese Reise aber zunächst am Frankfurter Hauptbahnhof wo der ICE zum Pariser Ostbahnhof abfuhr und dort recht pünktlich einlief. Die eigentliche Herausforderung des Tages war aber der Bahnhofwechsel nach Paris-Monteparrasse. Dort würde dann nämlich der TGV nach Vannes weiterfahren.

  • 300 km/h

    Bei 300 Sachen mit vollen Händen durch den Zug zu torkeln ist schon mal eine gute Vorübung für das Segeln auf der Biskaya.

    Bei 300 Sachen mit vollen Händen durch den Zug zu torkeln ist schon mal eine gute Vorübung für dasSegeln auf der Biskaya.

  • Drenia Island

  • Über die Fock!

    Ich, bevor man mir gestern einen Tag lang beim Jollentraining die teuflische Unart, die Vorschot loszuwerfen, bevor die Fock durch den Wind ist, heraus exorzierte.

  • Feuer im Schiff?

    Gut, dass wir mit dem Einsatzgruppenversorger jeden Tag auf See eine Brandabwehrübung gemacht haben und jetzt der Regionalexpress von Kiel nach Hamburg auf freier Strecke eine Vollbremsung wegen ausgelöster Rauchmelder hinlegt.

  • Divenhafte Schlepper

    Kiel begrüßt uns mit Sonne, aber unsere beiden divenhaften Schlepper lassen auf sich warten. Also treiben wir uns noch ein bisschen in der Förde herum.

    EGV1412 Einsatzgruppenversorger Kieler Förde web

  • Mit dem Einsatzgruppenversorger durch den Skagerrak

    Der Schaum drehte noch eine Runde um den Abfluss, als das Schiff auf die andere Seite rollte und verschwand dann schließlich doch im Bodenablauf zusammen mit dem restlichen Duschwasser. Heißem Duschwasser. Es war das erste, das wir an Bord des Einsatzgruppenversorgers A 1412 „Frankfurt am Main“ bei dieser Reise bekamen.

    Das Versorgungsschiff gehört zu den größten der Bundeswehr und ist das Partnerschiff der Stadt Frankfurt am Main. Aus gleicher Baureihe gibt es auch noch die „Berlin“ und die „Bonn“. Schon im vorletzten Jahr hatte die „Frankfurt“ die Hälfte ihrer vorgesehenen 30 Betriebsjahre erreicht und geht nun zur Halbzeitüberholung in die Werft nach Kiel.

    EGV Einsatzgruppenversorger A1412

    Für die Überführungsfahrt vom Marinestützpunkt Wilhelmshaven durch den Jadebusen, die deutsche Bucht, in den Skagerrak, den Kattegat, durch den großen Belt nach Kiel waren vom Kommandanten wie bereits auf anderen Fahrten sogenannte „eingeschiffte Gäste“ zur Mitfahrt eingeladen. Neben der Frankfurter Reservistenkameradschaft und der Marinekameradschaft waren auch drei Mitglieder der Stadtverordnetenversammlung an Bord willkommen. Letzterer gehöre ich an und hatte das Frankfurter Partnerschiff zu seiner „15+1-Jahr-Feier“ und zur Kommandoübergabe in den letzten Jahren besucht. Über die Möglichkeit das Schiff nun auch an Bord in voller Fahrt und nicht nur an der Wilhelmshavener Pier zu erleben, habe ich mich entsprechend gefreut, blieb aber aus den Reihen des Frankfurter Stadtparlaments die einzige Mitfahrerin.

    Bereits am Mittwochnachmittag war ich angereist, denn der Einsatzgruppenversorger (EGV) sollte am Donnerstagmorgen auslaufen. Doch schon vor meiner Abreise in Frankfurt bekam ich die Nachricht, dass die Bordheizung defekt sei und deshalb auch der Donnerstag im Hafen verbracht werden müsse. Der neue Auslauftermin war für Freitagmorgen angesetzt.

  • Nautische Navigation

    Nach einem Tag und einer Nacht auf der Nordsee fahren wir jetzt in den Skagerrak und ich lerne auf der Brücke die Grundzüge der nautischen Navigation.

    EGV1412 Peildiopter Jessica web

     

  • Ein Besuch auf U-10

    Während der Einsatzgruppenversorger "Frankfurt am Main", mit dem ich in den nächsten Tagen durch den Skagerrak fahren werde noch seeklar gemacht wird, nehme ich auf einem unweit gelegenen U-Boot ehrenamtlich die aus meiner Sicht nötigen Einstellungen vor.

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