360°-Skippertraining Biskaya - Tag 1

Nach der Rückkehr von der griechischen Halbinsel Chalkidiki bin ich heute nach nur einem Tag zu Hause wieder an die französische Atlantikküste aufgebrochen. In der bretonischen Hafenstadt Vannes liegt die Segelyacht Logoff, auf der ich zusammen mit sieben anderen Seglern ein "360°-Skippertraining" bestreiten werde. Begonnen hat diese Reise aber zunächst am Frankfurter Hauptbahnhof wo der ICE zum Pariser Ostbahnhof abfuhr und dort recht pünktlich einlief. Die eigentliche Herausforderung des Tages war aber der Bahnhofwechsel nach Paris-Monteparrasse. Dort würde dann nämlich der TGV nach Vannes weiterfahren.

Für das Umsteigen hatte ich gut zwei Stunden Zeit, was genau ausreichend war. Denn um die 19 Minuten mit der Metro Nummer 4 von Paris-Est nach Paris-Montparrasse fahren zu können, galt es erst eine Fahrkarte für 1,90 Euro zu lösen. Das wollen in Monteparnasse aber viele, allerdings gibt es nur sechs Automaten dafür. Das bedeutet, dass man für die Fahrkarte länger ansteht, als die Fahrt mit ihr dauert. Der TGV startete pünktlich in Monteparnasse und ich saß drin. Die Landschaft, durch die ich fahr war bestimmt sehenswert. Durch die fast durchweg das Gleis einrahmenden Hecken konnte ich davon jedoch nur wenig sehen. Vannes erreichte ich wiederum recht pünktlich marschierte mit meinem kleinen aber gewichtigen Seesack an den Hafen und fand dort wie angekündigt die Segelyacht Logoff vor der Capitainerie an einem sogar noch größeren Boot festgemacht. Carsten, der Eigner der Logoff ist mit an Bord und ein talentierter Koch und völlig unerwartet bestand unser erstes Abendessen an Bord aus Spaghetti mit Venusmuscheln gefolgt von einem auf den Punkt im Salzmantel gebackenen Wolfsbarsch. Segelcrews nehmen sich ja oft vor, gemeinsam an Bord zu kochen. Oft läuft es dann aber doch nur auf Nudeln mit Tomatensoße, Chili con Carne und Rührei hinaus. Bleiben die kulinarischen Ambitionen die ganze Woche so, wäre mir das eine große Freude.