360°-Skippertraining Biskaya - Tag 2

Mit zunächst ordentlicher Schräglage sind wir heute Morgen von der Île de Houat Richtung Südosten aufgebrochen. In einer sehr ruhigen Nacht vor Anker habe ich fast neun Stunden geschlafen und so das Schlafdefizit des Anreisetages wieder aufgeholt. Beim aufholen des Ankers lernte ich auch das erste Mal die Ankerkettenwaschanlage kenneb. Zunächst hielt ich das für einen üblen Scherz, ähnlich wie das "Kielschwein". Allerdings ist es tatsächlich ein kleiner sprudelnder Wasserstrahl vorne an der Ankerwinde, der mit Seewasser Schlamm und Sand von der einlaufenden Ankerkette spült. Sachen gibt's!


Zunächst segelten wir also mit gutem eines auf Halbwindkurs und spulten einige Seemeilen an. Dann ließ die Brise jedoch deutlich nach. Das gab uns Gelegenheit die zahlreichen Bergemöglichkeiten für eine Mann-über-Bord-Situation zu erproben. Dazu wurde Ruth, die Manöverpuppe über Bordgeworfen, die wir zunächst mit der am Spifall befestigten Rettungstalje an Bord zogen. Das funktionierte. Als nächstes zogen wir die Puppe nur mit dem Spifall über die Bordwand, was ebenfalls funktionierte und die Rettungstalja damit für überflüssig erklärte.
Als nächstes erprobten wie den Einsatz des Bergenetzes. Es war ein Elend, die Puppe hineinzumanöverieren. Es gelang nur mit Hängen und Würgen, sie an Bord zu hieven. Vermutlich angelockt von unseren Manövern erschienen dann einige Delfine nur wenige Meter neben uns, verloren aber bald das Interesse und verschwanden wieder.  Das Einlaufen im Hafen von L'Herbaudiere bereitete keine Schwierigkeiten. Ohnehin hatte der Wind soweit nachgelassen, dass wir schon eine Weile unter Motor gefahren waren, um die Insel noch vor Sonnenuntergang zu erreichen.