360°-Skippertraing Biskaya - Tag 4 - Nachtansteuerung

Nach der Rückkehr aus dem guten Restaurant gestern Abend, lag auf einmal eine kleinere Segelyacht neben uns. Drei junge Franzosen hatten bei der Einfahrt in den Hafen im Dunklen eine Leine in ihren Antriebspropeller bekommen und mussten manovierunfähig bei uns längsseits gehen. Alleine trauten sie sich nicht, ihr Boot an den Steg zu verholen. Unsere Crew half ihnen aber dann dabei und die Erleichterung war der französischen . Besatzung anzumerken. Am nächsten Morgen traf ich dann die junge Frau, die Teil der Crew war im Waschhaus, wo sie gerade sich und ihrem Neoprenanzug das Hafenwasser abgewaschen hatte, durch das sie hinab zur Motorschraube ihres Schiffs getaucht war, um die aufgewickelte Leine aus der Schiffsschraube zu entfernen.


Unser Segeltag begann dann auch recht verzwickt, denn um die Mittagszeit, als ich gerade am Steuer stand, stellte sich fast völlige Windstille ein und das Meer bekam eine ölige Oberfläche, unter der die flache Düngung hindurch rollte. Wir warfen den Motor an und obwohl es niemand aussprach, war es für uns als Crew und auch die beiden Skipper dennoch frustrierend in einem der spannendsten Segelreviere Europas auf "arabischen Wind" zurück greifen zu müssen und die Biskaya unter Antriebsmaschine durchkreuzen zu müssen. Etwa eine Stunde später kam dann doch noch eine sanfte Brise auf. Das gab uns die Gelegenheit das 170 Quadratmeter große Gennaker-Vorsegel zu setzen. Wie eine große Schürze flog es vor uns her, während sich hinter uns einige Wolken sammelten. Als ich wieder die Logoff steuerte, schlug der Wind plötzlich mit einem Mal um 45 Grad herum, was bei so viel Segelfläche eine beeindruckende Erfahrung ist und recht dramatisch wirkt. Als wir unseren Kurs auf die neuen Windverhältnisse angepasst hatten, bargen wir das Gennaker-Segel und fuhren mit der üblichen Besegelung, bis wir kurz nach Sonnenuntergang bis Les Sables d'Orlonne erreichten. Die Ansteuerung bei Dunkelheit gelang uns gut und wir folgten den roten Richtfeuern durch den Kanal in die Marina von Sables d'Orlonne. Schon vor der Einfahrt in den Hafen wurde unter Deck mit dem Kochen begonnen und als wir nach einem langen Tag auf See festgemacht hatten, gab es ein köstliches Risotto mit Meeräsche und Jakobsmuscheln.