Spielverbot für transsexuelle Golferin

Mianne Bagger ist eine begeisterte Golferin mit einem Handicap, das so manche Kollegin vor Neid erblassen lässt. Die in Dänemark geborene Australierin hat sich bereits bei den Australian Women's Open im März gut geschlagen. Doch bei der europäischen Tour darf sie nicht mitspielen. Grund: Sie ist transsexuell.

Eine Frau muss bei der Europatour als Frau geboren sein, das sagen die Regeln. Mianne Bagger schrieb nun einen Brief an den Chef der European Tour, Ian Randall: "Mir wurde angedeutet, dass die Tour überlegt, ihre Regeln zu ändern, sobald das Internationale Olympische Komitee seine Handhabung festlegt." Denn das IOC hatte schon im März gehandelt: Die Organisation verabschiedete eine Richtlinie, die es transsexuellen Sportlern ermöglicht, an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Teilnehmen können demnach nur Personen, deren Geschlechtsumwandlung offiziell anerkannt wurde und die mindestens zwei Jahre lang nach der Operation Hormone erhalten haben. Das trifft auf Mianne Bagger zu. "Ich habe lange darauf gewartet, von Ihnen zu hören", so die 37-Jährige in ihrem Brief, "aber es scheint sich nichts zu tun, solange man keinen Druck macht."

Einige Mitspielerinnen waren besorgt, dass eine Transsexuelle Vorteile im Turnier haben würde. "Das ist Quatsch", meint Bagger. "Ich habe weniger Testosteron im Blut als 'normale Frauen'". Außerdem sei es "geradezu lächerlich" anzunehmen, ein Mann würde sich einer Geschlechtsumwandlung unterziehen, um an den vermeintlich leichteren Frauenturnieren teilnehmen zu können.

Baggers Geschlecht ist in ihrer Geburtsurkunde und in ihrem Reisepass als "weiblich" angegeben. Sie fühlt sich nun dafür bestraft, dass sie ehrlich gewesen ist und ihre Transsexualität bei der Anmeldung angegeben hat. "Es gibt viele Frauen, die ihr Geschlecht geändert haben und niemandem davon erzählen", sagt sie. Im Golfsport gibt es keine Tests, ob das biologische Geschlecht richtig angegeben wurde.

Evert van Woundenberg Hamstra, Organisator der Dutch Open, empfiehlt der Sportlerin weiterzukämpfen: "Natürlich könnte sie bei unserem Turnier mitspielen, wenn der Dachverband es erlauben würde und ihr Können internationalen Standards entspricht. Wenn die Regeln nicht geändert werden, empfehle ich ihr zu klagen."