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"Wieviele Trans* Personen braucht man um eine Glühbirne zu wechseln? Eine. Aber die muss vorher zwei Jahre im Dunkeln leben, um zu beweisen, dass sie die Glühbirne wechseln möchte. Und dann braucht sie noch Gutachten von zwei Elektrikern, die bestätigen, dass die Glühbirne gewechselt werden kann." Das veraltete, wissenschaftlich überholte und in weiten Teilen vom Bundesverfassungsgericht ausgehöhlte Transsexuellengesetz muss endlich abgeschafft werden. Ein Entwurf für ein zeitgemäßes Selbstbestimmungsgesetz liegt vor. Mit dem von der GRÜNEN Bundestagsfraktion vorgelegten Entwurf für ein Gesetz zur Anerkennung der selbst bestimmten Geschlechtsidentität soll den antragstellenden Personen die Möglichkeit eröffnet werden durch einen einfachen Verwaltungsakt beim Standesamt sowohl die Vornamens- als auch die Personenstandsänderung vornehmen zu lassen. Zudem sieht das Selbstbestimmungsgesetz vor, das Offenbarungsverbot, das die Ausforschung der Hintergründe einer Vornamens- und Personenstandsänderung verbietet, zu verschärfen. Das bisher durch das TSG vorgeschriebene Gerichtsverfahren mit der für die antragstellenden Personen teuren, wissenschaftlich unbegründeten und oft entwürdigenden Begutachtung entfällt damit.

Jessica Purkhardt - Zwischen den ZeilenMehr als 130 Millionen Euro investieren die Deutschen jedes Jahr in Feuerwerkskörper, mit deren Hilfe sie in der Silvesternacht einem ostasiatischen Brauch folgend Dämonen und böse Geister  vertreiben. Offenbar gut angelegtes Geld, denn seit Jahren wurden keine mehr gesehen.
Großen Bedeutung misst man hierzulande auch der Wahrsagerei bei und nimmt dazu einigen Aufwand in Kauf. So muss für eine weit verbreitete Orakelvariante zunächst Schwermetall am heimischen Essenstisch aufgekocht werden, um dann sofort in kaltem Wasser wieder abgeschreckt zu werden.
In den allermeisten Fällen ähnelt das abgekühlte Endergebnis dann einer der Inseln des indonesischen Molukken-Archipels. Weil diese Interpretation im Begleitheft jedoch nicht aufgeführt ist, wird das Resultat kurzerhand und notfalls gewaltsam in ein sinnstiftendes Tier umgedeutet und die damit verbundenen Auslegungen von Glück, Gesundheit und Geldsegen wohlwollend akzeptiert.

Danach ist das Produkt allerdings bei der Problemstoffsammelstelle als Sondermüll zu entsorgen. Deshalb ist zu überdenken, ob man sich nächstes Jahr nicht vielleicht auf die Kaffeesatzleserei oder die Deutung des Vogelfluges verlegen möchte.
Ohnehin ist der Orakelspruch des 21. Jahrhunderts einfacher zu bekommen als in der Vergangenheit. Während in der Antike die Zukunft noch aus den Lebern frisch geschlachteter Opfertiere abgelesen wurde, haben wir heute für iPhone und Android die App „Bleigießen“.

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SprachgewaltAlljährlich veranstaltet die AIDS-Hilfe Frankfurt die deutschlandweit größte Veranstaltung zum Welt-AIDS-Tag. Diese findet in der Frankfurter Paulskirche statt. Zum ersten Mal geschieht dies in Kooperation mit der AIDS-Hilfe Hessen.

Hierbei wird das AIDS-Geschehen in einem weiteren gesellschaftspolitischen Kontext diskutiert. In diesem Jahr widmet sich die Veranstaltung dem Thema „SprachGewalt“. Dabei wird der verbale Umgang innerhalb, außerhalb und mit der LGBTIQ*-Community sowie selbstredend mit HIV und AIDS Lebenden beleuchtet.

Die Begrüßung übernimmt Vorstandmitglied Christian Setzepfandt, durch das Programm führt Jascha Habeck.
Nach einem Grußwort von Oberbürgermeister Peter Feldmann und Gesundheitsdezernent Stefan Majer hält Florian Beger von der AIDS-Hilfe Hessen einen Vortrag zum Thema.

Hauptredner wird Volker Beck sein, der sich seit über 30 Jahre aktiv in der Politik für Rechte und Gleichstellung der LGBTIQ*-Gemeinschaft eingesetzt und dieses Jahr die „Ehe für alle“ noch vor seinem Ausscheiden aus dem Deutschen Bundestag mit auf den Weg gebracht hat.

"[...] Nicht immer verschwinden Transmenschen aber bewusst in der Versenkung. „Ich habe immer angenommen, die Leute würden es eigentlich merken. Aber in dem Moment, wo man als Frau gelesen wird, spielt das Trans-Sein gar keine Rolle mehr“, sagt Jessica Purkhardt, die für die Frankfurter Grünen in der Stadtverordnetenversammlung sitzt. [...]"

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Zwischen den ZeilenKein Grund zu erschrecken, aber das Jahresende steht nun mal wieder vor der Tür.
Wir sind also an einem Punkt im Jahresreigen angekommen, an dem es traditionell nur zwei Perspektiven gibt: Rückblick oder Ausblick.
Nur der grundsolide Kaufmannsstand betreibt in dieser Zeit das, womit sich idealerweise unsere ganze Gesellschaft wenigstens einmal jährlich befassen sollte: Bestandsaufnahme.

Stattdessen werden uns vor der Silvesternacht noch mindestens zwei Wochen lang lieblos und billig produzierte „Große Jahresrückblicke“ aus der Konserve um die Ohren gehauen. Abwechselnde „Das war schlimm“- und „Das war schön“-Momente durchmischt mit YouTube-Videos von tollpatschigen Entenküken und vorlauten Katzen.

Umgekehrt ist vielen Redaktionen wohl aber auch die Lust auf satirische Jahresausblicke vergangen, in denen sie in der Vergangenheit spaßeshalber prophezeiten, ein egomaner Lügenmilliardär könnte US-Präsident werden und danach den wirren nordkoreanischen Diktator zum Atom-Duell herauszufordern.
Denn jeweils ein dreiviertel Jahr später waren beide undenkbaren Vorhersagen zur absurden Gegenwart geworden.

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jessica purkhardt illuEgal ob Diesel, abgasfrei oder demnächst selbstfahrend: Wer nicht mit dem An- und Abtransport von Nachwuchs zu und von Bildungseinrichtungen betraut ist, wöchentlich Möbel kauft oder einen Vierbeiner zweimal am Tag zur Defäkation ins Feld fahren muss, braucht als Einwohner*in einer Metropole immer seltener ein Auto.
Weil der öffentliche Nahverkehr zwar gut ausgebaut aber fern von Schnäppchenpreisen fährt, schwingt sich der Stadtmensch immer häufiger auf das Zweirad und damit in Gefahr.

Nicht nur, dass Radstreifen entlang der Hauptstraßen in regelmäßigen Abständen von warnblinkenden Paketlieferwagen versperrt sind oder radelnde Artgenossen in lebensentsagender Fahrweise entgegenkommen.
Auch junge Ehefrauen, die ihre Fahrpraxis bislang weitgehend mit einem Fiat 500 erworben haben, aber urplötzlich von ihrem Gatten wohlmeinend mit einer zwei Tonnen schweren Geländelimousine ins Rennen geschickt wurden, sind sich nunmehr der Maße und Masse ihres Fahrzeuges bewusst und fordern von ihrem Führerinnenstand in zwei Metern Höhe kurzentschlossen das Recht der Stärkeren ein.

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Bild: Projekt 100% MENSCH

Talkrunde Frankfurt

Die Community verändert sich: StoneWall Inn, die Verfolgung durch den §175, Gucklöcher in Kneipentüren, HIV/AIDS, CSDs, Internetforen, Queer-Feminism, die Öffnung der Ehe...
Sichtbarkeit, Selbstverständnis und Schwerpunkte der Regenbogen-Community haben sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Was verstehen die Generationen unter Community? Was hat sich geändert? Wie ist das Verhältnis der Generationen untereinander?
Wie das Verhältnis der einzelnen Gruppen? Vor welchen gemeinsamen Herausforderungen stehen wir, und gibt es eigentlich so etwas wie „Community“?
Im Zuge der Kunstausstellung WE ARE PART OF CULTURE lädt das Projekt 100% MENSCH zum Talk „Community . gestern . heute . morgen“ ins KUSS41 ein. Dabei stehen die persönlichen Geschichten und Erfahrungen der Gesprächsgäste und die unterschiedlichen
Sichtweisen auf Community im Mittelpunkt. Eine ausführliche Fragerunde mit dem Publikum schließt den Abend ab.

jessica purkhardt illuProfilbilder weiblicher Pornostars, benannt mit Allerweltsnamen, die zusammenhanglos Inhalte teilen oder kommentieren. So kommen Social-Bots daher. Programme, die in den sozialen Medien echte Menschen simulieren und mit unterschiedlichen Absichten Meinungen beeinflussen sollen. Von den meisten echten Nutzern sind sie deshalb nur durch die Pornostar-Profilbilder zu unterscheiden.

Manche sind jedoch so gut gestaltet, dass sie fast zu schön sind um wahr zu sein.

So gelang es mir neulich nur unter Aufbietung meiner gesamten Willenskraft, die Freundschaftsanfrage eines amerikanischen Kinderarztes mit den Gesichtszügen des jungen George Clooney abzulehnen, der seiner Profilbeschreibung nach bereits in Skandinavien gearbeitet hatte, sich gebildet und weltgewandt präsentierte und auf einem Foto mit afrikanischen Waisenkindern tanzte.

In der Rückschau war das vielleicht ein Fehler, denn in der derzeitigen Ermangelung eines echten Kinderarztes mit der Erscheinung einer Espresso-Werbeikone, wäre dieser automatisierte Facebook-Account immerhin schon mal der Spatz in der Hand.

Möglicherweise hätten wir uns sehr gut verstanden und tiefgründigere Chats geführt als mit manchen meiner menschlichen Dialogpartner. Vielleicht war sogar genau das mit der Phrase gemeint, die während des Bundestagswahlkampfes von vielen Laternen prangte: „Digitalisierung als Chance nutzen.“

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