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jessica purkhardt illuAnlässlich einer Badereise, die ich neulich größtenteils in badewannewarmem Meer kurz unterhalb der Wasserlinie verbrachte, drängte sich mir, während ich ein Korallenriff entlang schnorchelte, unversehens die Auseinandersetzung mit einem Begriff aus der LGBTIQ*-Bewegung auf, von dem ich geglaubt hatte, ihn schon oft genug bedacht zu haben.

Angesichts tausender Fische, deren Formen so unterschiedlich waren, dass die des einen manchmal schien, als wollte sie das genaue Gegenteil eines anderen sein.
Mit Befestigungsorten von Augen und Flossen, die man sich nicht auszudenken gewagt hätte.

Und den Farben des Regenbogens (plus noch einige extra), die sich mitunter alle gleichzeitig auf einem einzigen Fisch versammelt hatten, der, vielleicht weil er sich noch nie selbst gesehen hatte, damit so bescheiden an der Riffkante entlang schwamm, als sei er einfach nur grau.

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Trans in Arbeit webFür Transgender ist die Wahrscheinlichkeit in Deutschland in Arbeitslosigkeit zu geraten viermal höher als für den Rest der Bevölkerung. In Europa sind sogar 40 Prozent der trans* Menschen ohne Arbeit. Dass zeigt, dass Trans*phobie und Diskriminierung auf dem Arbeitsmarkt kein deutsches, sondern ein über die Landesgrenzen hinausreichende, grundsätzliche Probleme sind.
Dabei sind transidente Menschen besonders auf berufliche Stabilität und ein festes Einkommen angewiesen. Nicht zuletzt weil sie noch immer dem veralteten Transsexuellengesetz unterworfen sind, das die Einholung teurer Gutachten auf eigene Kosten vorschreibt, um den eigenen Personenstand ändern zu können.
Warum haben besonders jüngere Trans* so große Probleme einen festen Job zu bekommen und werden mit prekären Arbeitsverhältnissen hingehalten oder in die Nischen von Gastronomie und Sexarbeit gedrängt, die seit jeher oft die einzigen Erwerbsmöglichkeiten für sie waren? Wie kommen Trans* in Arbeit und behalten trotz Diskriminierung ihren Job?
Über diese und andere Fragen veranstaltet das Projekt TRANS*ID in Kooperation mit SwitchKultur am Abend des Internationalen Tages gehen Homo-, Trans*- und Biphobie am 17. Mai um 19:30 Uhr eine Diskussionsveranstaltung mit anschließendem Publikumsgespräch im SWITCHBOARD, Alte Gasse 36, Frankfurt am Main.

Gäste u.a.:
Petra Weitzel, Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Transidentität und Intersexualität

Clara Mack, erstritt über mehrere Jahre und durch mehrere Instanzen bis zum Bundesarbeitsgericht ein maßgebliches Urteil zum Diskriminierungsschutz von Trans*

Frank Krüger, Bundesverband Trans*

Moderation: Jessica Purkhardt, Projekt TRANS*ID

Jessica Purkhardt - Zwischen den Zeilen Das Verschlagworten war im analogen Zeitalter vor allem eine unliebsame Fleißaufgabe von Bibliothekarinnen und Archivaren. Und dabei doch gleichzeitig eine hohe Kunst, mit der durch das präzise Auszeichnen mit wenigen, aber treffenden Stichworten, Wissen, Inhalte und Objekte in den Weiten der Regalmeter und Depots wieder auffindbar waren.
Schallendes Gelächter hätte vor kaum mehr als zehn Jahren durch die blankpolierten Gänge der Büchereien gehallt, hätte jemand die Voraussage geäußert, im Jahr 2018 verstünden sich bereits vorpubertäre Teenager auf das korrekte und durchdachte Setzen von Schlagwörtern.
Sogar freiwillig und mit vorangestelltem Rautenzeichen.

Und doch ist genau das heute der Fall.

Denn ohne die richtige Indexierung durch raffinierte, wortspielerische Hashtags (#) ist das eigene Selfie in den Sozialen Medien kaum auffindbar und damit gleichsam wertlos.
Auch Produktetiketten, Nachrichtensendungen und Werbeplakate nennen längst bereitwillig eine #-Parole, unter der man die eigene Zielgruppe versammeln, mit ihr diskutieren und an sich binden möchte.

Bezüglich Köderfunktion und Haltekraft ist der Hashtag des 21. Jahrhunderts also schlichtweg das digitale Gegenüber zum bereits vor etwa 20.000 Jahren erfundenen Angelhaken.
Der Verdacht liegt damit nahe, dass sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel mit ihrer prägnanten Rauten-Geste längst selbst verschlagwortet hat.

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Zischen den ZeilenNeulich erklärte der schwule Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann jemanden vor der Geräuschkulisse einer Kneipe, er sei in seiner Fraktion für die Queerpolitik zuständig.
-„Was machst du? Bierpolitik?“ war die Gegenfrage.

Eine spaßige Anekdote, die dennoch die Frage aufwirft, weshalb es manchem offenbar wahrscheinlicher erscheint, dass ein Abgeordneter sich für Qualität, Preis und Zukunft von Brauerzeugnissen einsetzt als für die Rechte von LGBT*IQ.
Denn immerhin wurden alleine im Januar dieses Jahres 5,3 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt. Das sind 12,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Lobby der Biertrinker*innen scheint also ausreichend groß und mehrheitsfähig, so dass es einer fachpolitischen Unterstützung nicht unbedingt bedarf.
Den queerpolitisch bewegten Menschen unter uns entgeht jedoch vielleicht gelegentlich, dass  auch für Lesben, Schwule und Trans* das Eintreten für ein selbstbestimmtes Leben mit gleichen Rechten zwar wichtig ist, aber die Alltagsthemen deshalb trotzdem nicht in den Hintergrund treten.
Beispielshaft dafür war eine queerpolitische Diskussionsveranstaltung in Frankfurt im Vorfeld der letzten Bundestagswahl. Der Zeitrahmen für die Podiumsdiskussion mit Publikumsgespräch war mit 90 Minuten angesetzt und die ganze erste Stunde wurde sie von einem Thema dominiert, das den Menschen ganz offensichtlich unter den Nägeln brannte:
Dieselfahrverbote. 

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ZWISCHEN DEN ZEILEN

Ist Vielfalt ein Wert an sich?
Über diese Frage dachte unlängst Bundespräsident a.D. Joachim Gauck als Gastprofessor vor Studierenden der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf nach.
Ob es so ist, darüber sind das ehemalige Staatsoberhaupt und ich möglicherweise unterschiedlicher Auffassung. Denn Gauck zeigte sich in seinem Vortrag erschreckt, wohin es geführt habe, „wenn Vielfalt derart akzeptiert und honoriert“ werde.

Unabhängig davon, welcher Meinung man in dieser Frage sein mag, ist Vielfalt in der lebendigen Natur eine Tatsache und darüber hinaus Grundvoraussetzung für das eherne Prinzip der Evolution. Daraus ist nach mehreren Anläufen immerhin auch der moderne Mensch hervorgegangen.
Aber auch mehr als 100.000 verschiedene Spinnenarten.
Ein Verhältnis über das wiederum ich mich erschreckt zeige, sind die Spinnen damit doch vor dem Hintergrund der Vielfalt des Lebens vergleichsweise überrepräsentiert.
In ihrer Welt mögen sie vielleicht als schön gelten, doch die meisten Menschen finden Spinnen mit ihren acht Beinen und zehn Augen ziemlich garstig.
Allerdings hat auch die Bundesrepublik seit ihrer Gründung einschließlich Joachim Gauck nur ältere, weiße Männer zum Staatsoberhaupt gehabt, womit diese Gruppe gemessen an der Vielfalt in der Gesellschaft ebenfalls deutlich überrepräsentiert ist.

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