Meine Rede in der Aktuellen Stunde zur Zukunft des Instituts für vergleichende Irrelevanz

Sehr verehrter Herr Vorsteher,
meine Damen und Herren!

Ich teile die Auffassung meiner Vorrednerin und auch meines Vorvorredners dahin gehend, dass das einzige Argument, das gegen das ivi spricht, natürlich ist, dass es illegal ist. Das liegt aber vielmehr an der Tatsache, dass es dort illegal ist, wo es jetzt ist, als an der Konzeption von Theorie, Praxis und Party. So eine Institution, ein Kulturprojekt wie das ivi, ist auf einem Campus von der Größe des Frankfurter ein wichtiger Bestandteil des Lebens und Lernens, und das auch einfach einmal abseits von Exzellenzcluster und Hochglanz-Uni. Wir GRÜNE sind deswegen immer der Auffassung gewesen, schon von Anfang an, als wir dort zu den ersten Gesprächen waren, dass das ivi auch weiterhin am Uni-Campus beheimatet sein soll.

                              (Beifall)

Wir sind auch dagegen, dass allein die Uni entscheidet, was nützliche und unnütze Forschung ist, und auch dagegen, dass die Uni die Inhalte ausblendet, die nicht in das aktuelle Konzept passen. Von der FDP wird oft gefragt, was denn die Produktionsleistung des ivi ist. Es geht dabei gar nicht um die Theorie-Produktion, sondern um die Durcharbeitung von bestehenden Theorien.

                              (Beifall)

Man muss in diesem Zusammenhang auch der Uni-Leitung sagen, dass man eine Universität nicht wie ein DAX-Unternehmen führen und sich auf einen gewissen Output verlassen kann. Die Universität hat das über zehn Jahre toleriert, und zwar derart, dass sie sogar Strom und Wasser bezahlt hat. Deswegen würde ich sagen, juristisch ist sie nicht in die Pflicht zu nehmen, aber sie ist mindestens in der Verantwortung.

                              (Beifall)

Die Lösung ist sicher, dass nach wie vor weiter an einem Kompromiss zwischen Uni, ivi und vielleicht der Franconofurt gearbeitet werden muss. Das Interessante ist, dass die Franconofurt schon angedeutet hat, dass sie für einen einvernehmlichen Auszug und Umzug der ivi-Aktiven sogar Geld in die Hand nehmen würde. Es ist natürlich interessant, das im Zusammenhang mit dem Vorschlag eines sogenannten ivi-Cubes zu sehen, mit dem Container-Projekt. Vielleicht ist das eine Möglichkeit, diese am Anfang genannte Illegalität zu beenden und ein etabliertes Kulturprojekt in Frankfurt fortzusetzen.

Danke schön!

                              (Beifall)