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Ein Ritt durch Galiläa

Im kleinen aber vielfältigen Land Israel kann es schnell mal passieren, dass man morgens in Haifa am Mittelmeer durch ein U-Boot kriecht und nicht mehr als drei Stunden später auf einem Pferd durch die Hügel Galiläas reitet und dabei auf den See Genezareth herunter blickt.
Die Strecke von Haifa nach Tiberias am Westufer des Sees führt durch das Karmel-Gebirge. Zwar sind dort die Steigungen nicht so stark, aber der Chevrolet "Spark", mit dem ich in diesen Wochen unterwegs bin, ist schon damit überfordert. In dem Sinne, als dass man jeden Berg am Tacho ablesen kann. Denn dann fährt er nur noch 40.
In jedem Gang.

Die Reittour habe ich mit Vered HaGalil in Korazim am Nordufer des See Genzareth gemacht. Für einen 2-Stunden-Ausritt zahlt man 250 NIS, allerdings sollte noch eine zweite Person mitreiten, sonst kostet es das Doppelte.
Zum Reitstall gehört auch eine Farm, eine Pension und ein Restaurant. In letzterem lohnt es sich nach dem Ritt einzukehren, denn dort bereitet Chefkoch Haim Tibi exzellente Küche mit Zutaten von der eigenen Farm zu.

Die Reittour ist geeignet für Anfänger, denn es wird auf anfängergeeigneten American Quarter Horses und die ganze Zeit über im Schritt geritten. Dafür aber über Stock und Stein, steil bergauf und bergab. Die meiste Zeit geht es dabei einfach querfeldein, wobei die Pferde sich ihren Weg selbst suchen.
Ihre Reiter*innen haben vor allem die Aufgabe die grobe Richtung anzugeben, darauf zu achten, dass die Tiere untereinander nicht in Streit geraten (angelegte Ohren sind hier das erste Anzeichen) und sie von Stacheldrahtresten und anderen scharfkantigen Metallteilen wegzulenken.

Im Angebot gibt es auch eine fünfstündige Halbtagestour, die bis hinunter an das Seeufer führt und auch einen Ritt durchs Wasser und gemeinsames Kochen beinhaltet.

Nachdem ich aber wie bereits erwähnt am Morgen schon in Haifa durch ein U-Boot geturnt war, hat mir der mehr als zweistündige Ritt auch gelangt.