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Ägyptischer Facebook-Fake News-Test

Es sind vielleicht nicht direkt die Pyramiden gewesen, aber doch immerhin ich höchstselbst unter strahlend blauem Himmel vor dem Totentempel der altägyptischen Königin Hatschepsut und daneben ein Bild von mir vor stereotypen Wandmalereien aus der Pharaonenzeit.
Nur die Golden Gate Bridge, die Freiheitsstatue oder das Brandenburger Tor wären noch sinnbildlicher und eindeutiger gewesen, um meinen tatsächlichen Aufenthaltsort auszuweisen.
Und eigentlich sollte es auch nur ein ironischer Spaß sein, in einem Facebook-Post zu behaupten, ich sei an der französischen Atlantikküste bei schlechtem Wetter, während das beigefügte Bild etwas ganz anderes aussagt. Ein Sedlfie vor einer Wand mit Hieroglyphen oder einer Sphinx mit dem unnnötigen Hinweis, ich befände mich in Ägypten, war mir doch etwas zu banal.

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass der Post und die Reaktionen darauf auch etwas über die Rezeption von Inhalten auf Facebook aussagen könnten. Vielmehr hatte ich geglaubt, dass Bilder auf dieser Social Media-Plattform immer bedeutungsstärker seien als Text. Entsprechend hatte ich mit einer Welle von Kommentaren gerechnet, die auf meinen ironischen Beitrag entsprechend reagieren. Aber aus insgesamt derzeit 50 Reaktionen kann man nur bei etwa einem Zehntel erkennen, dass der offensichtliche Widerspruch zwischen Begleittext und Bild verstanden wurde.
Es kann natürlich sein, dass es den anderen auch mit gutem Recht einfach egal ist, was dann aber wiederum bezeichnend wäre für den Wert von Reaktionen in den sozialen Medien.

Gerne würde ich so ein Mini-Experiment nochmal mit deutlicheren Voraussetzungen durchführen, dafür aber extra vor die Oper von Sydney zu fliegen, scheint mir dann doch zu aufwändig.

Außerdem bin ich gespannt, ob ich zukünftig nicht von dem Facebook-Algorithmus Werbeanzeigen zu Reisen in die französische Bretagne eingespielt bekomme.
Das wäre dann immerhin eine konsequent Reaktion auf meine Fake News.