Das grosse Wassertreffen - Encontro das Águas

Encontro das AguasEtwas stromabwärts von Manaus trifft der "schwarze" Rio Negro (eigentlich ist eher rot-braun) auf den Rio Solimões (den Amazonas), der Latte Macciato-farben ist.

Doch statt sich zu vermischen, fließen die beiden Flüsse über viele Kilometer einfach im gleichen Flussbett nebeneinander her. Dieses Phänomen tritt an vielen Stellen des Amazonas auf aber nirgends so eindrucksvoll wie an dieser Stelle bei Manaus.

Der Grund für den Unwillen der beiden Ströme sich zu vermischen ist unter anderem die Temperatur. Der Rio Solimões hat eine lehmig-weißliche Farbe und reflektiert dadurch das Sonnenlicht und kommt so nur auf eine Wassertemperatur von 22 Grad.
Der Rio Negro ist wegen seines hohen Anteiles and Humin- und Fulvosäuren beinahe schwarz , absorbiert die Sonneneinstrahlung daher vielmehr und ist deshalb bis zu 28 Grad warm. Doch obwohl er dunkel gefärbt ist, ist das Wasser des Rio Negro im Grunde durchsichtig, weil es zwar viele abgestorben Pflanzenteilchen enthält aber dafür keine Schwebstoffe. Durch diese Nährstoffarmut habe Mückenlarven im Rio Negro kaum eine Chance, so dass es im Grunde in seinem Einzugsgebiet keine Malaria gibt.

 

Encontro das AguasDurch die unterschiedlichen Temperaturen, ist auch die Dichte der Gewässer eine andere. Zusammen mit den verschiedenen Fließgeschwindigkeitein (der Rio Solimões legt 17 Meter pro Minute zurück, der Rio Negro nur 6) und dem Umstand, dass der Solimões fast achtmal mehr Sediment mit sich führt, fließen die beiden Flüsse etwa 30 Kilometer nebeneinander her.