Ankommen in Dar es Salaam

Wer am Julius-Nyerere-Flughafen von Tansanias heimlicher Hauptstadt Dar Es Saalam ankommt, hat zwangsläufig schon einige Stunden Flug, meist mit Umsteigen, hinter sich. Weil der Flughafen nicht so groß ist, erreicht der Flieger schnell das Gate.
Dass man aber all zu lange auf das aufgebenen Gepäck warten muss, soll niemandem Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Denn wer (wie ich) bei der Ankunft ein "Visa-on-Arrival" muss, ist ohnehin erst mal eine gute Stunde beschäftigt.
Wenn keine Fehler unterlaufen, man unnütz in der falschen Schlange ansteht und wieder zurück geschickt wird. denn das System ist undurchsichtig und nach meiner Beobachtung vor Ort, kommt etwa jeder Zehnte an der einen oder anderen Stelle ins Schleudern.

Denn zunächst winken Männer in weißen Arztkitteln, die mutmaßlich mit der Abwehr infektiöser Krankheiten beauftragt sind, in die Schlange "Visa". An deren Ende kontrollieren dann zwei Polizist*innen die Vollständigkeit der "Arrival Card", die man schon im Flugzeug erhalten hat, aber auch noch an einem länglichen Pukt an der Seite des Ganges findet.

In der zweiten Schlange wartet man darauf die Fingerabdrücke abgeben zu dürfen, woraufhin man sich erneut in einer weiteren Wartereihe anstellen darf. Hier gibt man erneut den Pass und die "Arrival Card" ab und ein Beamter tippt die Daten ein und verabschiedet sich mit unklarer Geste und den Worten "Pay fifty dollar cash, there". Hier büßte ich zwanzig Minuten ein, weil ich nicht auf Anhieb verstanden hatte, dass dort, wo alle anderen warteten, nur die Pässe ausgegeben wurden, nachdem man sie an einem Schalter mit dem vielsagenden Schriftzug "VISA PAYMENT" vorher mit der Visagebühr in bar hätte abgeben müssen.

Erst dann tauchen die Reisedokument, die dann ein ganzseitig eingeklebtes tansanischen Einreisvisum beeinhalten in der Hand ein unterstetzten Uniformierten wieder auf. Sie ruft einen Namen, und wer immer die Hand in diesem Moment in die Höhe reißt, erhält den Pass.

Die Kästen, in denen normalerweise Grenzpolizisten stempelnd ihren Dienst verrichten, spielen danach keine Rolle mehr. Mna wird durch gewunken und von dem eigenen an den Kofferbändern schon lange wartenden Gepäck empfangen