Keine Penis-Vergrößerungen für Thai-Polizisten

Kein echter Polizist in ThailandEine schöne Schlagzeile, die tatsächlich hält, was sie verspricht:

In den vergangenen Wochen gab es in Thailand bereits zahlreiche Presseberichte über Schummeleien bei den Einstellungstests der thailändischen Polizei.
Jetzt wird gemeldet, dass viele Bewerber gar nicht erst zu diesen Einstellungtests zu gelassen werden, weil sie schon an der medizinischen Eingangsuntersuchung im Police General Hospital scheitern. Viele der Bewerber werden beispielsweise wegen ihrer Tätowierungen nicht zu der Einstellungsprüfung zugelassen.
Nichts Ungewöhnliches, denn in Thailand werden auch Bürojobs meistens nur an Menschen ohne sichtbare Tätowierungen vergeben.
Überraschen ist deswegen die Aussage einer Sprecherin der thailändischen Polizei, dass viele Bewerber durch den Gesundheitscheck fielen, weil sie Paraffin-Gel in ihre Genitalien injiziert hatten. Andere hätten kleine Kügelchen in ihren Penis implantiert.
Was auf den ersten Blick wie ein bizarres Hobby einiger weniger scheint, ist in Wahrheit gar nichts Neues: Schon seit einigen jahren ist es unter thailändischen Männern nicht ungewöhnlich, ihre Geschlechtsteile in Heimarbeit zu vergrößern oder stimulierender zu gestalten. Neuerdings ist es unter thailändischen, männlichen Teenagern geradezu Mode geworden, sich selber Olivenöl oder Vaseline in ihre Genitalien zu spritzen, um so an Volumenn zu gewinnen.

Ander schneiden die Haut am Glied auf und setzen kleine Kügelchen darunter, um ihren Freundinnen ein vermeintlich höheres Lustempfinden zu verschaffen.
Dabei ist dieses Laienverfahren zur Geschlechtsteil-Vergrößerung extrem gefährlich. Bereits vor einigen Jahren warnte das thailändische Gesundheitsministerium vor diesen Selbst-OP`s. „Olivenöl oder andere Flüssigkeiten in den Penis zu injizieren ist sehr gefährlich“, sagt der Leiter des Gesundheitsdienstes, Chatri Banchuin.
Auch Wachira Kochawkarn, der als Urologe am Bangkoker Ramathibodi Krankenhaus praktiziert erklärt: “Die davon betroffenen Patienten sind immer öfter noch Schuljungen und keine Männer mehr in den Dreißigern oder Vierzigern wie in der Vergangenheit. Alleine an diesem Krankenhaus, behandele ich täglich einen oder zwei Patienten mit diesen Problemen. Man stelle sich hier die landesweite Zahl der Betroffenen vor!“
Der Wunsch nach einer Penisvergrößerung ist natürlich kein rein thailändischer Männerwunsch. Auch in westlichen Ländern werden Männer mit diesen klassischen Spam-Emails gelockt, in denen durch Pilleneinnahme gewaltige Geschlechtsteile in kürzester Zeit versprochen werden.
Natürlich ist es schwer zu sagen, wieviele thailändischen Männer auf diese Angebote, die sicher auch in Thailand versendet werden, reingefallen sind.
Vermutlich sind die Penisvergrößerungspillen vielen aber auch schlicht zu teuer – vielleicht sind thailändische Männer aber auch nur leidenschaftliche Heimwerker.

Quellen: Bangkok Post und Reuters
Bild: "Police" by Randy Adams ist lizensiert unter CC BY-SA 2.0

 

Jessica auf Twitter