Thailand bildet Schulden-Doktoren aus

Das thailändische Finanzministerium plant 180.000 Finanzberater, auch „Schulden-Doktoren“ genannt.
Die Berater sollen die hohe Verschuldung vor allem unter der Landbevölkerung in den Griff bekommen

Das Finanzministerium hat zwei staatliche Banken angewiesen mit der Ausbildung der Freiwilligen Finanzberater zu beginnen.
In jedem Dorf sollen die Einwohner die ehrlichsten und aufrichtigsten Nachbarn bestimmen, die dann als Berater ausgebildet werden.

In Thailand blüht vor allem der illegal Geldverleih mit meist horrenden Zinsen, den in den Dörfern auf dem Land gibt es nur selten Banken. Viele haben zudem kein geregeltes Einkommen und sind entsprechend nicht kreditwürdig.
Gleichzeitig wird die Bevölkerung in Thailand von einer ungebremsten Konsumwelle überrollt, die mit scheinbar günstigen Finanzierungen, die Menschen in die Schuldenfalle lockt.

Dazu kommt, dass viele Familien auf dem Land keine Krankenversicherung haben. Wird ein Familienmitglied krank, muss die Familie oft einen Kredit von einem der Kredithaie aufnehmen, um die Krankenhauskosten bezahlen zu können.

Oft verpfänden sie dabei auch ihre Häuser oder ihr Ackerland. Ist das einmal weg, haben sie keine Lebensgrundlage mehr und es bleibt nichts anderes übrig als die Flucht nach Bangkok, wo sie als billige Arbeitskräfte ein karges auskommen finden – für die jungen Frauen bleibt dann oft nur noch der Weg nach Pattaya oder Phuket, um ihre Körper in den Bars zu verkaufen.

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