Jessica-Purkhardt.de

Eines hat das "Golanhöhen" genannte Wohnblock-Rund am Ben-Gurion-Ring im Frankfurter Stadtteil Bonames tatsächlich mit dem von Syrien beanspruchten aber von Israel verwalteten Hochplateau gemeinsam:
Beide liegen inmitten ansprechender Landschaft.


Im 13. Jahrhundert erbaute der Neffe Saladins in den nördlichen Golanhöhen im Nahen Osten die Nimrodsburg, die heute mein grobes Ziel sein sollte, deren Zufahrt aber wohl wegen des Sabbatabends schon verschlossen war.
Bei der Weiterfahrt nach Süden war regelmäßig unübersehbar, dass der Landstrich Schauplatz eines militärischen Konflikts gewesen war und die Spannungen nach wie vor nicht beigelegt sind. 
Nahe der syrischen Grenze weisen immer wieder Hinweisschilder auf die Gefahr durch nicht geräumte Minen hin, an einigen Straßenkreuzungen stehen einfache Bunker aus Fertigbetonteilen und auf einem Bergrücken weist der Geschützturm eines Panzerwracks auf die Ebene hinab.
In der demilitarisierten Zone begegneten mir außerdem mehrer Geländewagen und Lkw der UN-Friedenstruppen, die seit 1974 die Pufferzone überwachen. 

Im kleinen aber vielfältigen Land Israel kann es schnell mal passieren, dass man morgens in Haifa am Mittelmeer durch ein U-Boot kriecht und nicht mehr als drei Stunden später auf einem Pferd durch die Hügel Galiläas reitet und dabei auf den See Genezareth herunter blickt.
Die Strecke von Haifa nach Tiberias am Westufer des Sees führt durch das Karmel-Gebirge. Zwar sind dort die Steigungen nicht so stark, aber der Chevrolet "Spark", mit dem ich in diesen Wochen unterwegs bin, ist schon damit überfordert. In dem Sinne, als dass man jeden Berg am Tacho ablesen kann. Denn dann fährt er nur noch 40.
In jedem Gang.

Die Reittour habe ich mit Vered HaGalil in Korazim am Nordufer des See Genzareth gemacht. Für einen 2-Stunden-Ausritt zahlt man 250 NIS, allerdings sollte noch eine zweite Person mitreiten, sonst kostet es das Doppelte.
Zum Reitstall gehört auch eine Farm, eine Pension und ein Restaurant. In letzterem lohnt es sich nach dem Ritt einzukehren, denn dort bereitet Chefkoch Haim Tibi exzellente Küche mit Zutaten von der eigenen Farm zu.

Die Reittour ist geeignet für Anfänger, denn es wird auf anfängergeeigneten American Quarter Horses und die ganze Zeit über im Schritt geritten. Dafür aber über Stock und Stein, steil bergauf und bergab. Die meiste Zeit geht es dabei einfach querfeldein, wobei die Pferde sich ihren Weg selbst suchen.
Ihre Reiter*innen haben vor allem die Aufgabe die grobe Richtung anzugeben, darauf zu achten, dass die Tiere untereinander nicht in Streit geraten (angelegte Ohren sind hier das erste Anzeichen) und sie von Stacheldrahtresten und anderen scharfkantigen Metallteilen wegzulenken.

Im Angebot gibt es auch eine fünfstündige Halbtagestour, die bis hinunter an das Seeufer führt und auch einen Ritt durchs Wasser und gemeinsames Kochen beinhaltet.

Nachdem ich aber wie bereits erwähnt am Morgen schon in Haifa durch ein U-Boot geturnt war, hat mir der mehr als zweistündige Ritt auch gelangt.

Heute habe ich mit großer Ernsthaftigkeit an Bord des israelischen U-Bootes "INS Gal" alle aus meiner Sicht notwendigen Überprüfungen und EInstellungen vorgenommen.

Danach musste ich dann doch etwas über mich schmunzeln, denn die "Gal" ist längst ausgemustert und steht aufgebockt auf dem Gelände des "Clandestine Immigration & Naval Museum" von Haifa.
Mit einer doch wohl etwas anstößigen Darstellung eines Torpedos.

U-Boot INS Gal

 

König Salomo, Alexander der Große, Julius Cäsar, der Apostel Paulus, Franz von Assisi, Ludwig der Heilige und Napoleon Bonaparte. Alle waren sie schon hier in Akko, der bis ins 19. Jahrhundert bedeutendsten Hafenstadt Palästinas.
Sie war nach der Eroberung durch die Kreuzfahrer im Jahr 1104 das wirtschaftliche Zentrum des Kreuzfahrerreiches und Hauptsitz des Johanniterordens. Auch der Stauferkaiser Friedrich II. ging hier 1228 mit seinem Kreuzzug an Land.

Auf Studienreise in Oslo in die norwegische Nationaloper, dann weiter nach Dänemark in den Kopenhagener Zoo, dann ins königlich-dänische Schauspielhaus, dann wieder ins Schauspielhaus und dann mit dem Boot rüber ins Opernhaus. Man wusste in die letzten Tagen wirklich nicht, wo einem der Kopf steht.

Heute fahre ich durch böhmische Dörfer.
Unangebrachterweise über lange Strecken bei ergiebigem flüssigen Sonnenschein.

Über Lachen und Scherzen bin ich nun schon in Transdanubien, fahre durch die Sümpfe Süd-Ungarns, umrunde den Plattensee und cruise gemächlich durch die eurasische Steppenlandschaft der Puszta.
Und in beinahe jedem Dorf sitzen Storchennester auf den Strommasten.

 

"Dokument!"
Heute habe ich den ungarischen Grenzzaun kennen gelernt und gemerkt, wie unvertraut mir Gepäckdurchsuchung und Überprüfung von Reisepass und Fahrzeugpapieren an einer Landgrenze doch eigentlich sind.

Ungarn Grenzzaun

 

Heute wandere ich um die Plitvicer Seen und Wasserfälle herum. Im Grunde gleicht das gesamte Gebiet einem überlaufenden Waschbecken, das ins nächste abfließt. Hier verschwindet das Wasser in einem Loch neben einer Baumwurzel, dort taucht es aus moosbewachsenen Steinen wieder auf. In den vielen kleinen und großen Becken steht es dann wieder spiegelglatt und ist kristallklar. Die Seenlandschaft hat den Status eines Nationalparks und wurde schon im Jahr 1979 zu einem der ersten Naturdenkmäler weltweit in das Weltnaturerbeverzeichnes der UNESCO aufgenommen. Bekannt Sind einige der Seen und Wasserfälle aus der Filmen der Winnetou-Saga und anderer Karl-May-Verfilmungen, die den Naturpark mehrfach als Kulisse nutzen.

Gerechtigkeitshalber habe ich heute auf der kroatischen Küstenstraße D 25 mal nur die Außenseiten meiner Reifen abgefahren.