Jessica-Purkhardt.de

Es sind vielleicht nicht direkt die Pyramiden gewesen, aber doch immerhin ich höchstselbst unter strahlend blauem Himmel vor dem Totentempel der altägyptischen Königin Hatschepsut und daneben ein Bild von mir vor stereotypen Wandmalereien aus der Pharaonenzeit.
Nur die Golden Gate Bridge, die Freiheitsstatue oder das Brandenburger Tor wären noch sinnbildlicher und eindeutiger gewesen, um meinen tatsächlichen Aufenthaltsort auszuweisen.
Und eigentlich sollte es auch nur ein ironischer Spaß sein, in einem Facebook-Post zu behaupten, ich sei an der französischen Atlantikküste bei schlechtem Wetter, während das beigefügte Bild etwas ganz anderes aussagt. Ein Sedlfie vor einer Wand mit Hieroglyphen oder einer Sphinx mit dem unnnötigen Hinweis, ich befände mich in Ägypten, war mir doch etwas zu banal.

Ich hatte nicht damit gerechnet, dass der Post und die Reaktionen darauf auch etwas über die Rezeption von Inhalten auf Facebook aussagen könnten. Vielmehr hatte ich geglaubt, dass Bilder auf dieser Social Media-Plattform immer bedeutungsstärker seien als Text. Entsprechend hatte ich mit einer Welle von Kommentaren gerechnet, die auf meinen ironischen Beitrag entsprechend reagieren. Aber aus insgesamt derzeit 50 Reaktionen kann man nur bei etwa einem Zehntel erkennen, dass der offensichtliche Widerspruch zwischen Begleittext und Bild verstanden wurde.
Es kann natürlich sein, dass es den anderen auch mit gutem Recht einfach egal ist, was dann aber wiederum bezeichnend wäre für den Wert von Reaktionen in den sozialen Medien.

Gerne würde ich so ein Mini-Experiment nochmal mit deutlicheren Voraussetzungen durchführen, dafür aber extra vor die Oper von Sydney zu fliegen, scheint mir dann doch zu aufwändig.

Außerdem bin ich gespannt, ob ich zukünftig nicht von dem Facebook-Algorithmus Werbeanzeigen zu Reisen in die französische Bretagne eingespielt bekomme.
Das wäre dann immerhin eine konsequent Reaktion auf meine Fake News.

Zischen den ZeilenNeulich erklärte der schwule Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann jemanden vor der Geräuschkulisse einer Kneipe, er sei in seiner Fraktion für die Queerpolitik zuständig.
-„Was machst du? Bierpolitik?“ war die Gegenfrage.

Eine spaßige Anekdote, die dennoch die Frage aufwirft, weshalb es manchem offenbar wahrscheinlicher erscheint, dass ein Abgeordneter sich für Qualität, Preis und Zukunft von Brauerzeugnissen einsetzt als für die Rechte von LGBT*IQ.
Denn immerhin wurden alleine im Januar dieses Jahres 5,3 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt. Das sind 12,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Lobby der Biertrinker*innen scheint also ausreichend groß und mehrheitsfähig, so dass es einer fachpolitischen Unterstützung nicht unbedingt bedarf.
Den queerpolitisch bewegten Menschen unter uns entgeht jedoch vielleicht gelegentlich, dass  auch für Lesben, Schwule und Trans* das Eintreten für ein selbstbestimmtes Leben mit gleichen Rechten zwar wichtig ist, aber die Alltagsthemen deshalb trotzdem nicht in den Hintergrund treten.
Beispielshaft dafür war eine queerpolitische Diskussionsveranstaltung in Frankfurt im Vorfeld der letzten Bundestagswahl. Der Zeitrahmen für die Podiumsdiskussion mit Publikumsgespräch war mit 90 Minuten angesetzt und die ganze erste Stunde wurde sie von einem Thema dominiert, das den Menschen ganz offensichtlich unter den Nägeln brannte:
Dieselfahrverbote. 

Die ganze Kolumne weiterlesen im GAB-Magazin

Seite 13 von 146

Jessica auf Twitter

Recht & Sicherheit

Meine Arbeit im Ausschuss für Recht, Sicherheit, Verwaltung und Personal

Kultur

Meine Arbeit im Ausschuss für Kultur und Freizeit

Queer

Queerpolitik und LGBT*IQ