Jessica-Purkhardt.de

Zischen den ZeilenNeulich erklärte der schwule Bundestagsabgeordnete Sven Lehmann jemanden vor der Geräuschkulisse einer Kneipe, er sei in seiner Fraktion für die Queerpolitik zuständig.
-„Was machst du? Bierpolitik?“ war die Gegenfrage.

Eine spaßige Anekdote, die dennoch die Frage aufwirft, weshalb es manchem offenbar wahrscheinlicher erscheint, dass ein Abgeordneter sich für Qualität, Preis und Zukunft von Brauerzeugnissen einsetzt als für die Rechte von LGBT*IQ.
Denn immerhin wurden alleine im Januar dieses Jahres 5,3 Millionen Hektoliter Bier abgesetzt. Das sind 12,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Lobby der Biertrinker*innen scheint also ausreichend groß und mehrheitsfähig, so dass es einer fachpolitischen Unterstützung nicht unbedingt bedarf.
Den queerpolitisch bewegten Menschen unter uns entgeht jedoch vielleicht gelegentlich, dass  auch für Lesben, Schwule und Trans* das Eintreten für ein selbstbestimmtes Leben mit gleichen Rechten zwar wichtig ist, aber die Alltagsthemen deshalb trotzdem nicht in den Hintergrund treten.
Beispielshaft dafür war eine queerpolitische Diskussionsveranstaltung in Frankfurt im Vorfeld der letzten Bundestagswahl. Der Zeitrahmen für die Podiumsdiskussion mit Publikumsgespräch war mit 90 Minuten angesetzt und die ganze erste Stunde wurde sie von einem Thema dominiert, das den Menschen ganz offensichtlich unter den Nägeln brannte:
Dieselfahrverbote. 

Die ganze Kolumne weiterlesen im GAB-Magazin

Gaythuk

Im Tibet Lhamo Bistro gab es heute zum Abendbrot Gyathuk-Nudeln, wobei es sich im Wesentlichen um eine tibetische Variante von Spaghetti Bolognese handelt.
Gefolgt von Tennessee Williams' "Die Glasmenagerie" beim Freien Schauspiel Ensemble im Bockenheimer Titania. Ein Stück, das zumindest bei mir in den Schlussszenen empathischen Liebeskummer hervor rief und den Sinnspruch "Enttäuscht sein ist eine Sache, entmutigt sein etwas ganz anderes" mit in den restlichen Abend gab.
Besonders die Sprechgesang-Einschübe mit augenzwinkernder Poesie fand ich in der Inszenierung des Freien Schasuspiel Ensemble besonders bereichernd. Zum Beispiel:

"Jetzt weht ein Hauch von Versailles //
in Apartment eins-null-drei"

Auf dem Heimweg traf ich auf ein geparktes Auto mit laufendem Motor aber vermeintlich ohne Insassen. Um einen Notfall oder eine Straftat auszuschließen, warf ich einen kurzen Blick durch das Fenster, um ihn dann unmittelbar wieder peinlich berührt abzuwenden, als sich das auf der Rückbank praktizierte Naturereignis meinem Verstehen aufschloss.

Mit dem Beschluss § 952 vom 26.01.2016 wurde der Magistrat von der Stadtverordnetenversammlung gebeten, im Gespräch mit den Eigentümerinnen und Eigentümern öffentlich zugänglicher Objekte Lösungen zu suchen, wie diese Objekte baulich und organisatorisch so gesichert werden können, dass künftige Suizide an diesen Liegenschaften nach Möglichkeit zu vermeiden sind.

Ich frage den Magistrat:

Haben entsprechende Gespräche stattgefunden, und welche Maßnahmen wurden getroffen?

Antwort:

In der Bauberatung von in Frage kommenden Projekten wird, wie seinerzeit zu Beschluss § 952 mitgeteilt, auf die Thematik hingewiesen, wenngleich seitens des Magistrates keine Möglichkeit besteht, Bauherren zu besonderen Vorkehrungen zur Suizid-Vermeidung zu verpflichten.

Ob und welche Maßnahmen seitens der Bauherrschaften von entsprechenden Vorhaben getroffen werden, kann nicht beantwortet werden. Aus vorgenannten Gründen wird im Rahmen von Baukontrollen nicht überprüft, ob Vorkehrungen zur Suizid-Vermeidung getroffen werden.

Seite 13 von 79

Jessica auf Twitter

Recht & Sicherheit

Meine Arbeit im Ausschuss für Recht, Sicherheit, Verwaltung und Personal

Kultur

Meine Arbeit im Ausschuss für Kultur und Freizeit

Queer

Queerpolitik und LGBT*IQ