Dieser eine intensive Moment in Äquator-Nächten, meist kurz nach Mitternacht, wenn man gewahr wird, dass man JETZT das Mosquitonetz aufhängen muss, wenn man diese Nacht überstehen will.
Dieser eine intensive Moment in Äquator-Nächten, meist kurz nach Mitternacht, wenn man gewahr wird, dass man JETZT das Mosquitonetz aufhängen muss, wenn man diese Nacht überstehen will.
Ich bin an Malaysias Ostküste angekommen. In der wenig liebenswürdigen Stadt Kuantan postieren sich gleich zwei Kellner neben mir am Tisch und klicken unablässig mit ihren Kugelschreibern in der ungeduldigen Erwartung, dass ich nach einer Minute schon weiß, was ich essen möchte. Lange starre ich in die Speisekarte, denn zur Ahndung dieser Dreistigkeit rezitiere ich im Kopf dreimal Schillers "Kraniche des Ibykus" (23 Strophen), um dann das grüne Curry zu bestellen, für das ich mich schon nach zehn Sekunden entschieden hatte.
Nun bin ich ja schon einige Zeit alleine auf Reisen. Für viele Menschen kann dieses Alleinsein eine Herausforderung für ihre psychische Stabilität sein. Für mich ist das kein Problem. Wir verstehen uns gut, unterhalten uns oft und lachen viel zusammen.
Seit etwa drei Jahren lasse ich auf meinen Reisen einen GPS-Tracker mitlaufen und füge alle zurückgelegten Routen in diese Karte ein. Strecken, die ich auf dem Landweg zurückgelegt habe, kennzeichne ich orange, welche, die ich zu Fuß gelaufen bin in grün und die, die ich auf dem Wasser per Boot oder Schiff bewältigt blau.