Was in schwülen New Yorker Nächten so alles passieren kann - Meine August-Kolumne im GAB-Magazin

jessica purkhardt illu„Ich hab‘ noch keinen einzigen Traum wahr werden sehen auf der Christopher Street“, lässt Roland Emmerich einen Protagonisten in seinem „Stonewall“-Epos von 2015 sagen, damit das Publikum mit dem Kenntnisstand der Nachgeborenen wissend in sich hinein schmunzeln kann.

Denn wenige Tage darauf findet in der Chronologie des Films in einer schwülen New Yorker Nacht des ausgehenden Juni des Jahres 1969 mit dem Aufstand vor dem Stonewall Inn in eben jener Straße das Ereignis statt, das zum Ausgangspunkt einer weltweiten Emanzipationsbewegung von Lesben, Schwulen, Transgendern und Queers wurde.

Seitdem erinnern wir uns mit unterschiedlichen Veranstaltungsformaten in den Sommermonaten daran, entweder in Anspielung auf den Geburtsort der Bewegung als „Christopher-Street-Day“ oder auf den damals auf immer mehr Lippen laut gewordenen Schlachtruf „Gay Pride“ und erneuern alljährlich unsere Forderungen nach Akzeptanz und Gleichstellung und dem Ende von Diskriminierung und Ausgrenzung.

Wissenswert ist dabei, dass heute wie damals die Diskussionen um den richtigen Weg zur Erreichung dieser Ziele geführt werden.

Man werde als Homosexueller am ehesten akzeptiert, wenn man Anzug und Krawatte trage, meinten die, die ihre Rechte politisch und juristisch erstreiten wollten. Doch waren es erst die unangepassten Queers, die den Stein wirklich ins Rollen brachten.

Damals wie heute liegt die Wahrheit vermutlich irgendwo dazwischen. Wo genau verhandeln wir jeden Sommer wieder neu.

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Land Hessen unterstützt LSBT*-Geflüchtete

Das Land Hessen fördert im Jahr 2017 mit zusätzlichen 100.000 Euro die Beratungsarbeit für Geflüchtete mit HIV und Geflüchtete aus dem LSBT*IQ-Spektrum. Hierzu erklärte Staatssekretär Jo Dreiseitel: „Menschen, die zu uns geflohen sind und in Hessen eine neue Heimat finden, möchten wir zeigen, dass sie hier akzeptiert sind – auch dann, wenn sie schwul, lesbisch, bisexuell oder trans* sind. Geflüchtete aus diesem Spektrum haben einen erhöhten Unterstützungs- und Schutzbedarf weil sie aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer geschlechtlichen Identität schwerwiegende Ausgrenzungs- und Diskriminierungserfahrungen in ihren Heimatländern gemacht haben.“ Die Unterstützung von geflüchteten LSBT*IQ, sowie die Sensibilisierung und Qualifizierung der Hilfestrukturen stellen eine der Maßnahmen im Rahmen des kürzlich vorgestellten Hessischen Aktionsplanes für Akzeptanz und Vielfalt dar, der am 29. Mai diesen Jahres vom Kabinett beschlossen worden ist.

Presse-Clipping FR: "Ehe für alle ist nur der Anfang"

"Deshalb, so die Frankfurter Stadtverordnete und Bundestagskandidatin Jessica Purkhardt (Grüne), müsse der Nationale Aktionsplan zur Bekämpfung von Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und darauf bezogene Intoleranz um das Thema Homo- und Transphobie erweitert werden."

(Der ganze Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 16. Juli 2017)

CSD Frankfurt: GRÜNE demonstrieren für Akzeptanz und Vielfalt und feiern die Öffnung der Ehe für Alle

Bild: "rainbow flag, scott richard" von torbakhopper ist lizensiert unter CC BY-ND 2.0Bild: "rainbow flag, scott richard" von torbakhopper ist lizensiert unter CC BY-ND 2.0

Anlässlich des Christopher Street Days von 14. bis 16. Juli erklären die Frankfurter GRÜNEN und die GRÜNEN im Römer:

Am kommenden Wochenende findet in Frankfurt unter dem Motto „Lieber bunte Vielfalt als braune Einfalt“ zum 25. Mal der Christopher Street Day (CSD) statt.

„Mit seinem bunten Demonstrationszug durch die Frankfurter Innenstadt und dem großen Communityfest auf der Konstablerwache ist der CSD Ausdruck des Selbstbewusstseins von Lesben, Schwulen, Bi- und Intersexuellen und Transgendern. Der CSD setzt ein deutliches Zeichen gegen Ausgrenzung, Homosexuellen- und Transfeindlichkeit. Wir Frankfurter GRÜNE werden auch dieses Jahr wieder dabei sein. Wir stellen uns gegen jegliche Art von Diskriminierung und treten entschieden für echte Akzeptanz aller sexuellen Orientierungen und Identitäten ein“, so Beatrix Baumann und Bastian Bergerhoff, Vorstandssprecher der Frankfurter GRÜNEN.

Unvohersehbare Entwicklungen im Allgemeinen und die "Ehe für alle" im Besonderen - Meine Juli-Kolumne im GAB-Magazin

Zwischen den ZeilenDass unsere heutige Welt aus den Fugen geraten sei, ist eine schnell daher gesagte Floskel, die sich aber in Anbetracht der Verwerfungen, denen sich die Menschheit in den zurückliegenden Jahrhunderten ihrer Geschichte gegenüber sah, objektiv beurteilt nicht zu halten ist.

Aber offenbar sind die Entwicklungen in der Welt nicht mehr so vorhersehbar wie in den vergangenen Jahrzehnten. So ist der Mann, den wir vor einem Jahr wegen seiner Wahlkampf-Possen und seiner eigenwilligen Haartracht nur müde belächelt haben heute Präsident des mächtigsten Landes der Erde, das er seit seinem Amtsantritt ohne erkennbare politische Leitlinien führt. Dabei hemmt diese Unberechenbarkeit nicht nur die Bemühungen der internationalen Partner um den Frieden in der Welt oder zumindest faire Wirtschaftsbeziehungen, sondern führt gelegentlich, wie etwa beim Schutz des Weltklimas, gleich zu einer Absage an die gemeinsam vereinbarten Vorsätze.

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