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Lange lebe die Revolution - Meine Mai-Kolumne im GAB-Magazin

Revolution ist ein großes Wort für ein paar sehr kleine Zeichen. Denn meist ist die Revolution durch einen nachhaltigen, grundlegenden strukturellen Wandel in relativ kurzer Zeit gekennzeichnet. Ob die Einführung von Sternchen, Unterstrich oder Doppelpunkt in die öffentliche Schreibweise dem gerecht werden wird oder bloße Symbolhandlung bleibt, wird sich zeigen. Die Lager in der öffentlichen Debatte um mehr Geschlechtervielfalt und -gerechtigkeit in der Sprache ähneln aber denen einer veritablen Revolte. Hier die gemäßigten Revolutionär*innen, die Veränderung fordern, weil es an der Zeit ist. Dort jene, die das bestehende Prinzip für gottgegeben und unumstößlich halten, vor allem aber davon profitieren. Darüber hinaus gibt es die Radikal-Revoluzzer*innen, die jeden als Feind*in betrachten, der oder die nicht die rigorosesten Ideen teilt. Ihnen gegenüber stehen die Konterrevolutionär*innen, die alle hassen, die etwas ändern wollen. Anders als bei ordentlichen historischen Umstürzen finden die Auseinandersetzungen leider nicht mittels mutig an Türen genagelter Streitschriften oder rhetorisch fulminanter Reden statt. Vielmehr beharken sich die Debattenteilnehmer*innen vor allem auf Twitter und Facebook, wobei offenkundig wird, dass viele von ihnen schon mit den bestehenden Buchstaben und Zeichen der deutschen Sprache heillos überfordert sind.

Die ganze Kolumne in der Mai-Ausgabe des GAB-Magazins weiterlesen

Journal Frankfurt: "AHF fordert Maßnahmen von der Politik"

"[...] Die beiden Übergriffe mit transphobem Hintergrund erregten nicht nur in der Bevölkerung Aufsehen; jetzt äußerte sich auch die AHF zu den Vorfällen: „Wenige Monate, nachdem eine ganze Gruppe eine queere Person mitten auf der Zeil verprügelte, steht Frankfurt nun wieder mit einem trans*feindlichen Gewaltübergriff in den bundesweiten Nachrichten. Damit wächst die Sorge in der Community, dass Gewalt gegen sie wieder zunimmt und damit gleichsam das Sicherheits- und Freiheitsempfinden schwindet“, sagte Jessica Purkhardt vom AHF-Vorstand zu den Vorfällen. Die Beteuerungen von Politik und Behörden, dass die Straftaten im Innenstadtbereich rückläufig seien, hätten dieser Frau nicht geholfen. „Weniger Taschendiebstähle, sogar weniger Gewaltdelikte in der Statistik bedeuten nichts, wenn die Gewalt gegen eine bestimmte Bevölkerungsgruppe, wie Lesben, Schwule oder Trans*, gleich bleibt oder sogar zunimmt“, so Purkhardt.[...]"

Der ganze Artikel im Journal Frankfurt vom 26. März 2021

Anleitung zum Spazierengehen: Meine April Kolumne im GAB-Magazin

jessica purkhardt illu

Im Jahr 1776 machte der Philosoph Jean-Jacques Rousseau einen Spaziergang durch die abgeernteten, menschenleeren Weinberge und Felder vor Paris. Beeindruckt durch das Bild der Verlassenheit um sich herum schrieb er: „Der Anblick bot eine Mischung aus schönen und traurigen Eindrücken, die meinem Alter und meinem Schicksal so sehr entsprach, dass ich ihn geradezu auf mich beziehen musste.“ Diese Zeilen kamen mir in den Sinn, als ich unlängst maskiert und zu allem und jedem den gebotenen Abstand wahrend mit einem Freund durch die Straßen und Gassen der queeren Szene in der Frankfurter Innenstadt flanierte. Die Stationen unseres sonst leutseligen Bar-Hoppings fanden wir erwartungsgemäß mit herabgelassenen und dem Straßenstaub von Monaten bedeckten Rollläden vor. Doch entlang unserer üblichen Pfade durch das schwule Bermuda-Dreieck begegneten uns immer wieder die Menschen, die unsere Szene so liebenswert machen. Schnell waren die wenigen Neuigkeiten ausgetauscht und man lachte und schäkerte gemeinsam.

Die ganze weiterlesen Kolumne im GAB-Magazin

Eskapismus

Selbstdiagnose Eskapismus: Ich schaue nämlich nur noch einmal abends Nachrichten von NHK WORLD-JAPAN. Da sehe ich wie Bevölkerung, Politik und Wirtschaft möglichst besonnen mitmachen, das Infektionsgeschehen auch in hochverdichteten Metropolen auf einem nachverfolgbaren und vergleichsweise niedrigen Stand zu halten, damit das öffentliche Leben nicht lahm gelegt werden muss. Dann stelle ich mir vor, das wäre hier und bin sehr zufrieden.