Postkarte aus Italien verschicken: So unterscheiden sich Poste Italiane und GPN – mit Porto, Briefkästen, Laufzeiten und Hilfe bei Fehlwürfen. Stand 2026.
Aktualisiert im August 2026
Wer in einem italienischen Souvenirladen nach Briefmarken fragt, bekommt möglicherweise keine Marke der staatlichen Poste Italiane, sondern einen Sticker eines privaten Postdienstes. Das ist grundsätzlich zulässig – doch Sticker und Briefkasten müssen unbedingt zum selben Anbieter gehören.
Das Wichtigste in 20 Sekunden
- Poste Italiane: offizielle Briefmarke, roter Briefkasten.
- Globe Postal Network, kurz GPN: privater Postdienst, orangefarbener GPN-Briefkasten.
- Eine GPN-Karte gehört niemals in den roten Kasten der Poste Italiane.
- Wer möglichst unkompliziert nach Deutschland schreiben möchte, sollte ausdrücklich eine Marke der Poste Italiane verlangen.
Eine Briefmarke, die keine Marke der italienischen Post ist
Ansichtskarte auswählen, Briefmarke dazukaufen, schreiben und in den nächsten Briefkasten werfen: Was einfach klingt, kann in Italien überraschend kompliziert werden. Neben der Poste Italiane sind dort private Anbieter tätig, die ihre Versandprodukte vor allem in Souvenirgeschäften, Kiosken und Tabakläden verkaufen.
Einer dieser Anbieter ist Globe Postal Network, abgekürzt GPN. Verkauft wird keine klassische Briefmarke der Poste Italiane, sondern ein vorausbezahlter Sticker für den Versand einer touristischen Postkarte. Er enthält einen QR-Code, über den sich der Bearbeitungsstand abrufen lässt. Bei bestimmten Varianten können außerdem ein Foto oder ein Video mit der Karte verknüpft werden.
GPN beschreibt sich selbst als lizenzierten privaten italienischen Postanbieter. Der Sticker ist also nicht wertlos. Er gehört jedoch zu einem vollständig eigenen Versandsystem.
Entscheidend ist der richtige Briefkasten
Postkarten mit GPN-Stickern dürfen ausschließlich in die orangefarbenen Briefkästen von GPN eingeworfen werden. Nach Angaben des Unternehmens soll sich ein solcher Kasten grundsätzlich an jedem GPN-Verkaufspunkt befinden.
Die roten Kästen mit der Aufschrift „Poste“ gehören dagegen zur Poste Italiane. Dort dürfen nur Sendungen eingeworfen werden, die für das System der italienischen Post ausreichend frankiert sind.
Was passiert beim Einwurf in den falschen Kasten?
Eine mit GPN-Sticker versehene Postkarte wird durch den Einwurf in einen roten Briefkasten nicht automatisch zu einer Sendung der Poste Italiane. Die aufgeklebte Vignette ist schließlich kein Postwertzeichen dieses Unternehmens.
Laut GPN können falsch eingeworfene Karten später an den zuständigen privaten Anbieter weitergeleitet werden. In der veröffentlichten Servicekarte wird dafür allerdings eine mögliche zusätzliche Verzögerung von ungefähr 30 Arbeitstagen genannt. Solange die Karte das GPN-System noch nicht erreicht hat, funktioniert auch die Nachverfolgung nicht.
Die Karte muss deshalb nicht zwangsläufig verloren sein. Aus einem Urlaubsgruß kann aber leicht eine Nachricht werden, die erst viele Wochen oder sogar Monate nach der Heimreise eintrifft.
Poste Italiane und GPN im direkten Vergleich
Poste Italiane
1,35 € nach DeutschlandDer Preis gilt für eine normalisierte Sendung bis 20 Gramm in die europäische Tarifzone 1.
- Rote Briefkästen
- Offizielle italienische Briefmarke
- Keine Sendungsverfolgung bei gewöhnlicher Post
- Zielwert Europa: acht Arbeitstage bei 85 Prozent der Sendungen
Globe Postal Network
1,50 € oder 2,00 € nach DeutschlandDie Servicekarte unterscheidet eine einfachere Silver- und eine umfangreichere Golden-Variante.
- Nur orangefarbene GPN-Briefkästen
- QR-Code für Statusinformationen
- Teilweise Foto- und Videofunktion
- Zielwert Europa: bis zu 20 Tage ab Eingang im GPN-Hub
Die Laufzeiten sind nicht unmittelbar vergleichbar: Bei GPN beginnen die genannten 20 Tage erst mit dem Eingang der Karte im Logistikzentrum. Zuvor wird der Inhalt der Briefkästen abgeholt und zum Hub transportiert. Die Servicekarte nennt mindestens zwei Abholungen pro Woche und bis zu drei weitere Arbeitstage für diesen Transport.
So kauft man die richtige Briefmarke
Wer eine gewöhnliche Postkarte über die Poste Italiane verschicken möchte, sollte beim Kauf nicht nur nach einem „francobollo“ fragen. Besser ist eine eindeutige Formulierung:
Der passende Satz auf Italienisch
„Vorrei un francobollo di Poste Italiane per la Germania, per favore.“
Auf Deutsch: „Ich hätte gerne eine Briefmarke der Poste Italiane für Deutschland.“
Für Deutschland ist bei einer gewöhnlichen Postkarte normalerweise eine Marke mit der Bezeichnung „B Zona 1“ erforderlich. Auf der Marke oder ihrer Verpackung sollte deutlich das Logo der Poste Italiane zu erkennen sein.
Am sichersten ist der Kauf in einem Postamt. Briefmarken der Poste Italiane werden außerdem in vielen Tabakläden verkauft, sind dort aber nicht immer vorrätig. In einem Souvenirgeschäft sollte man vor dem Bezahlen kontrollieren, von welchem Anbieter der angebotene Sticker stammt.
Was tun, wenn der GPN-Sticker bereits aufgeklebt ist?
- Nicht in einen roten Briefkasten werfen. Suche zuerst nach einem orangefarbenen GPN-Kasten.
- Im Verkaufsgeschäft nachsehen. Nach Darstellung von GPN soll bei jedem offiziellen Verkaufspunkt ein eigener Briefkasten vorhanden sein.
- Die digitale Karte verwenden. Über die GPN-Web-App lassen sich Verkaufsstellen und Briefkästen suchen.
- Den abtrennbaren QR-Code aufbewahren. Er wird für die Statusabfrage und bei einer möglichen Reklamation benötigt.
- Nicht wahllos Marken verschiedener Anbieter kombinieren. Bei Unsicherheit sollte im Postamt geklärt werden, wie die Karte korrekt neu frankiert werden kann.
Meine Empfehlung für Urlaubspost aus Italien
Wer vor allem möchte, dass der handgeschriebene Gruß möglichst unkompliziert in Deutschland ankommt, ist mit einer Briefmarke der Poste Italiane und einem roten Briefkasten meist besser bedient. Das System ist leichter zu erkennen, günstiger und benötigt keine Suche nach einem besonderen privaten Briefkasten.
GPN kann interessant sein, wenn man die QR-Funktionen bewusst nutzen möchte und der orangefarbene Briefkasten direkt im Geschäft steht. Problematisch wird es vor allem dann, wenn Reisende beim Kauf nicht erkennen, dass sie gerade kein Produkt der italienischen Post erwerben.
Die Ansichtskarte selbst ist keineswegs aus der Zeit gefallen. Man sollte nur schon beim Kauf der Briefmarke wissen, mit welchem Postunternehmen sie ihre Reise antreten wird.
Häufige Fragen
Ist GPN ein Betrug?
GPN bezeichnet sich als lizenzierter privater Postanbieter. Das praktische Problem besteht weniger darin, dass es den Dienst nicht gibt, sondern darin, dass Käufer den Sticker möglicherweise für eine Marke der Poste Italiane halten. Wer GPN bewusst nutzt und den richtigen orangefarbenen Kasten verwendet, nutzt einen regulären privaten Postdienst.
Kann eine GPN-Karte in einen roten Briefkasten?
Nein. GPN schreibt ausdrücklich vor, dass Karten mit seinen Stickern ausschließlich in orangefarbene GPN-Briefkästen eingeworfen werden. Ein Fehlwurf kann erhebliche Verzögerungen verursachen.
Kann eine Briefmarke der Poste Italiane in einen GPN-Kasten?
Auch das sollte vermieden werden. Der private Anbieter muss die Sendung zunächst an den zuständigen Postdienst zurückgeben. Das kann die Laufzeit ebenfalls verlängern.
Wie lange dauert eine Postkarte von Italien nach Deutschland?
Poste Italiane nennt für gewöhnliche Auslandspost nach Europa einen Zielwert von acht Arbeitstagen bei 85 Prozent der Sendungen. GPN nennt bis zu 20 Tage ab Ankunft im eigenen Logistikzentrum. Es handelt sich jeweils um Zielwerte und nicht um garantierte Zustelltermine.
Sind Global Postal Service und Globe Postal Network dasselbe?
Die Bezeichnungen GPS und GPN werden leicht verwechselt. Mein früherer Erfahrungsbericht beschäftigte sich mit Global Postal Service. Dieser aktualisierte Ratgeber behandelt das heutige Angebot von Globe Postal Network sowie das grundsätzliche Problem privater Poststicker. Entscheidend ist immer das Logo auf dem Sticker und die dort genannte Briefkastenfarbe.