Unsere Baustelle ist bereit fürs Betonieren morgen. Deshalb konnte ich heute ein bisschen auf den Betonarbeiten vergangener Tage herumklettern.
Unsere Baustelle ist bereit fürs Betonieren morgen. Deshalb konnte ich heute ein bisschen auf den Betonarbeiten vergangener Tage herumklettern.
Seit zwei Wochen arbeite ich ehrenamtlich im Wald von Biķernieki (Riga, Lettland), wo Zehntausende erschossen wurden.
Wer die Spur zu dieser Mordstätte zurückverfolgen will, kann vor der eigenen Haustür anfangen Ein Großteil der Menschen stammte aus unseren deutschen Städten.
Der Weg durch die Massengräber im Wald ist von Betonstelen gesäumt, die mit Davidstern, Kreuz und Dornenkrone die Opfergruppen symbolisieren. Sie sind gelegentlich Ziel von Vandalismus. Mit unserem ehrenamtlichen Team vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge reinigen wir sie und streichen sie mit einer Spezialfarbe, von der sich Schmiereien leichter entfernen lassen.
Derzeit arbeite ich im Wald von Biķernieki an einem Ort des Grauens. Mehr als 35.000 Menschen - jüdische Familien, politische Häftlinge und sowjetische Kriegsgefangene - wurden hier erschossen. Ihre Leichen wurden in 55 Massengräbern verscharrt, später wieder ausgegraben, verbrannt, ihre Knochen zermahlen und hier im Gelände verstreut.