Welcome to the Jungle - Meine April-Kolumne in GAB-Magazin

Auf meiner letzten Reise wanderte ich unlängst durch einen tropischen Regenwald. Dabei stellte sich eine Empfindung ein, von der ich schon vielfach gelesen hatte, die ich nun aber selbst erfuhr: Der Dschungel ist mehr als Bäume, Tiere, Rankenwerk und Unterholz. Unwillkürlich gewinnt man in seinem Inneren das Gefühl, sich durch einen einzigen großen Organismus zu bewegen. Eine Symbiose, in der das einzelne Leben gleichzeitig auch Teil eines anderen ist. In der jedes Tier und jede Pflanze eine Nische für sich gefunden hat, den eigenen Lebensraum beansprucht und verteidigt und einen Platz hat, an dem es zu finden ist. Im Urwald gibt es die eigentümlichsten Kreaturen, die durch den Kampf ums Überleben so wurden, wie sie sind.

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Die März-Kolumne von Jessica Purkhardt
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Macht euch geschmeidig! - Meine März-Kolumne im GAB-Magazin

Queer zu sein geht an die Substanz. Ein Viertel aller LGBTIQ* leiden im Laufe ihres Lebens an Depressionen, 15 Prozent unter Schlafstörungen. Von Herzkrankheiten und Migräne sind queere Menschen doppelt so häufig betroffen wie die Mehrheitsgesellschaft. Die Wissenschaft führt dieses höhere Erkrankungsrisiko auf Minderheitenstress zurück. Der Druck des Andersseins. Er beginnt oft schon in frühen Entwicklungsphasen und wirkt meist über die gesamte Lebensspanne. Wie sehr, hängt vom heteronormativen Erwartungsdruck ab. Je mehr man wegen der eigenen Homosexualität oder Transidentität von der heterosexuellen und cisgeschlechtlichen Mehrheitsgesellschaft beansprucht wird – oder sich selber beansprucht –, umso intensiver der Minderheitenstress.

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Kolumne von Jessica Purkhardt
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Tschakka? - Meine Januar-Kolumne im GAB-Magazin

Die Opfer ihrer eigenen guten Vorsätze sind in den ersten beiden Wochen des neuen Jahres besonders unübersehbar. In nagelneuer Funktionskleidung, die sie sich vor wenigen Tagen selbst unter den Weihnachtsbaum gelegt hatten, quälen sie sich über die Ufer-, Feld- und Waldwege. Begegnen sie sich, tauschen sie einen freudlosen Blick aus in dem Wissen, dass sie sich hier schon Ende Februar nicht mehr treffen werden. Denn noch schneller als pubertierende Verliebtheit ist das Strohfeuer der Neujahrsmotivation heruntergebrannt.

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Kolumne

Dazwischen statt dabei - Meine Dezember-Kolumne im GAB-Magazin

Ohne sie wäre der LSBTIQ*-Buchstabensalat noch unaussprechlicher und hätte überhaupt keinen Vokal. Das „I“ repräsentiert intergeschlechtliche Menschen – doch darin erschöpft sich meist schon ihre Sichtbarkeit. Wenn in der deutschen Sprache standardmäßig die grammatikalisch männliche Form verwendet wird, rechtfertigt man(n) diese Vereinfachung oft damit, dass Frauen doch mitgemeint seien. Immerhin. Bei Intergeschlechtlichen ist es dagegen andersrum: Sie werden mitgesprochen, aber in Wahrheit so gut wie nie mitgemeint. Als queerpolitische Beliebigkeitsfloskel stehen sie in den meisten Aufzählungen irgendwo dazwischen, sind tatsächlich aber selten dabei. Jedoch sind sie unter Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transsexuellen und Queeren die einzigen, deren Geschlechtlichkeit nicht auf Selbstauskunft beruht, sondern sich anatomisch-physiologisch etwa in uneindeutigen inneren oder äußeren Geschlechtsmerkmalen, anderen Erbgutkombinationen oder Hormonstatus manifestiert.

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