Presseberichterstattung zu meinem Antrag gegen den Auftritt von Elephant Man in Frankfurt

Space Invaders Against Homophobia4. 2. 2015 - Frankfurter Rundschau: Stadt soll "Hassmusik" unterbinden

30. 1. 2015 - Bild.de: Stadt dreht diesem Hass-Musiker den Saft ab

30. 1. 2015 - Queer.de: Widerstand gegen Elephant Man

30. 1. 2015 - Journal Frankfurt: Auftritt von Elephant Man soll verhindert werden

Der Antrag zum Download

Bild: Space Invaders Against Homophobia von Richard Hemmer ist lizensiert unter CC BY-NC 2.0

Presseerklärung: Keine Bühne für Aufrufe zu homophober Gewalt

Mit großer Mehrheit hat die Frankfurter Stadtverordnetenversammlung in ihrer gestrigen Sitzung dem Antrag von GRÜNEN und CDU zugestimmt, in dem der Magistrat beauftragt wird, alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel zu nutzen, um die Aufführung von homosexuellenfeindlichen Liedern bei einem bevorstehenden Konzert des Dancehall-Interpreten Elephant Man zu verhindern.
In mehreren Musiktiteln ruft der Interpret dazu auf, homosexuelle Männer zu töten. So etwa in den Songs „A Nuh Fi Wi Fault“, „We Nuh like Gay“ und „Log on“.
Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien in Bonn hatte deshalb das Album „Log on“ von Elephant Man bereits vor mehreren Jahren wegen seiner homosexuellenfeindlichen Mordaufrufe indiziert.

Dennoch ist für den 6. Februar ein Konzert des Musiker in Frankfurt vorgesehen.
"Durch die Aufführung der homosexuellenfeindlichen Musiktitel werden aus unserer Sicht die Straftatbestände der öffentlichen Aufforderung zu Straftaten und der Volksverhetzung erfüllt. Das werden wir in Frankfurt nicht dulden," begründet die rechtspolitische Sprecherin der GRÜNEN im Römer, Jessica Purkhardt, den Antrag ihrer Fraktion.

Musiker wie Elephant Man rufen in ihren Texten regelmäßig zu Gewaltaten gegen homosexuelle Männer auf und nehmen dabei bewusst in Kauf, dass nach ihren Konzerten in ihrem Heimatland Jamaika Hetzjagden auf vermeintlich homosexuelle Menschen, die dabei schwer verletzt und nicht selten getötet werden.
In Deutschland darf das Hassmusik-Album "Log On" nach der Indizierung zwar nicht mehr verkauft werden, allerdings ist es weiterhin auf Compilations verfügbar"Mit seiner Hassmusik verdient dieser Interpret immer noch kräftig Geld und das mit tatkräftiger Unterstützung von den Plattenfirmen und Konzertveranstaltern," so Purkhardt abschließend.

Lesben, Schwule und Transgender

Seit ich bei den Mitglied der GRÜNEN bin, arbeite ich in der Landesarbeitgemeinschaft QueerGRÜN an politischen Ideen und Konzepten, um wirkliche Gleichberechtigung und Chancengerechtigkeit für Lesben, Schwule, Transgender, Bisexuelle und Intersexuelle zu erreichen.
Vor allem durch die vielen Initiativen der GRÜNEN hat sich die Lebenssituation für viele Lesben und Schwule heute deutlich verbessert. Es ist viel erreicht worden, aber noch viel mehr liegt vor uns. Folgende Kernforderungen gelten nach wie vor:

  • völlige Gleichstellung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften mit der Ehe
  • Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Paare
  • Verankerung des Diskriminierungsschutzes im Grundgesetz

Für viele Menschen stellt ihre sexuelle Orientierung oder geschlechtliche Identität auch heute noch eine oft unüberwindbare Hürde für ein gleichberechtigtes, selbstbestimmtes Leben dar. Das gilt vor allem im ländlichen Raum und für Homosexuelle und Trans*-Menschen aber auch für Homosexuelle mit Behinderung oder Migrationshintergrund. Hier ist gesellschaftliche Isolation viel zu oft die Regel.
Homo- und Transsexuelle Menschen mit MigrantInnen können viel zu oft nur in der Sexarbeit ihren Lebensunterhalt bestreiten. Von Chancengerechtigkeit ist man hier weit entfernt.
Gerade für Transsexuelle ist der Paragraphendschungel des Transsexuellengesetzes , das Gutachterverfahren, die damit verbundenen Kosten und das gerichtliche Antragsverfahren unüberwindbar. Auch ohne Migrationshintergrund und mit guten Deutschkenntnissen scheitern hier viel Betroffene.
Ich setze mich deshalb für folgendes ein:

  • Transsexualität muss entpathologisiert werden. Gleichzeitig muss die Leistungspflicht der Krankenkassen rechtlich abgesichert werden.
  • Anstelle eines gerichtlichen Verfahrens soll die Änderung des Vornamens und des Personenstandes auf Antrag bei der zuständigen Behörde möglich sein.
  • Das Selbsbestimmungsrecht von Trans*-Personen muss durch Abschaffung der Begutachtung und des gerichtlichen verfahrens verwirklicht werden.
  • Ausbau des Offenbarungsverbot, dass die Ausforschung und Verwendung des früher geführten Vornamens und Personenstandes verbietet.
  • Das Transsexuellengesetz soll als Sondergesetz aufgehoben werden, die notwendigen Regelungen sollen in bestehendes Recht integriert werden.

Auch homosexuelle Menschen mit Behinderung sind oft Opfer von Ausgrenzung. Nicht zuletzt findet diese Ausgrenzung auch in der Community selbst statt. Inklusion gilt für alle und für alle Bereiche des Lebens! Ich möchte deshalb den Diskurs über die Integration von Menschen mit Behinderung anregen. Gleichzeitig müssen hier auch öffentliche Angebote geschaffen werden, die die Anliegen dieser Menschen aufgreift und fördert. 
Homo- und Transphobie ist noch in vielen Schulen gegenwärtig, wodurch homosexuelle oder trans* Jugendliche viel zu oft Ausgrenzung erfahren. Hier muss auf landes- und bundespolitischer Ebene mit einem Aktionsplan gegengesteuert werden. Gleichzeitig muss Homosexualität und Transsexualität auch Unterrichtsinhalt in hessischen Schulen werden. Totschweigen wie bisher ist verantwortungslos.

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