Danke ARTE - Meine Januar-Kolumne im GAB-Magazin

Danke ARTE.
Dafür, dass du nach dem Abendprogramm mit drei Stunden Tanztheater und gelben Untertiteln dann immerhin im Spätprogramm noch Beiträge wie neulich das Freddie Mercury-Porträt zeigst.
Denn es war genau die biografische Hälfte, die dem Film „Bohemian Rhapsody“  gefehlt hat.

Als „keimfrei“ bezeichnete ein Bekannter das Hollywood-Epos um das Leben des Queen-Leadsängers.
Ein schmachtender Blick nach einem auf dem Herrenklo verschwindenden Trucker, etwas tuntiger Plausch in Sektlaune mit einem Radiomoderator. Später zwei, drei Küsse von Mann zu Mann und ein gutes Dutzend Statisten in Lederkleidung. Darin erschöpft sich weitgehend die Darstellung des schwulen Lebens des ikonenhaften Rockstars.

Gleichzeitig legen die Macher Mercurys inneres Outing und das Bekenntnis zu sich und seiner Sexualität über den Zeitabschnitt seines Karrieretiefpunkts und die seelischen und physischen Niederlagen. Schließlich gebietet es dann das Hollywood-Pathos, dass mit der reumütigen Rückkehr in den Schoß der Hetero-Queen-Familie das für den HIV-Infizierten Freddie bestmögliche Happy End erreicht ist.  Feuchte Augen kriegte man im Kinosessel zwar, danach bleibt trotzdem der Eindruck, man habe ein retuschiertes Bild gesehen.

Danke also ARTE, für die Anekdote, dass Freddie Mercury während der Arbeit an seinem Solo-Album besonders darunter litt, dass Michael Jackson immer ein Lama mit ins Aufnahmestudio brachte.

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Journal Frankfurt "Hoch soll sie fliegen!"

"[...] Für die musikalische Begleitung des Festakts sorgte das Ensemble der Fliegenden Volksbühne selbst. Bevor zu einem Umtrunk im Foyer eingeladen wurde, sang das Ensemble zusammen mit Quast das Lied „Der Komet“, welches vom Weltuntergang handelt. Die Stadtverordnete Jessica Purkhardt (Bündnis 90/Die Grünen) stellte ein Video, das einen Ausschnitt des abschließenden Gesangs des Ensembles zeigt, online."

Der ganze Artikel im Journal Frankfurt vom 4. Dezember 2018

Frankfurter Neue Presse: Eine Million für schönere Betonblöcke

[...]"Für Stadtverordnete Jessica Purkhardt (Grüne) ist eine Verschönerung nicht nur aus ästhetischen Gründen dringend notwendig. Schließlich vermittelten die Klötze permanent ein Unsicherheitsgefühl. Sie findet Lösungen daher gut, bei denen die Stadtmöbel gar nicht mehr als Sicherheitsblockaden erkennbar sind.[...]"

Der ganze Artikel in der Frankfurter Neuen Presse vom 6.11.18

Dritte Option - Meine November-Kolumne im GAB-Magazin

jessica purkhardt illuJeder Eins-Komma-Achte bis Eins-Komma-Neunte sieht geil aus.
So exakt muss ich schon sein, wenn ich von der schwulen Szene in der Frankfurter Partnerstadt Tel Aviv erzählen will. Dieser Mittelwert ist das Ergebnis nicht nur meiner eigenen Beobachtungen der letzten Nächte, sondern berücksichtigt auch die Bewertungen anderer szenekundiger Tel Aviv-Reisender.
Die pulsierende Mittelmeer-Metropole ist längst eine der Top-Destinationen auf der internationalen Gay-Travel-Landkarte. Bars, Clubs und Restaurants reihen sich in kleinen Gassen, Hinterhöfen und Boulevards aneinander und nicht immer ist klar, wo der eine Laden anfängt und der andere aufhört. Für Ortsunkundige ist es deshalb nicht immer ohne weiteres auf den ersten Blick zu erkennen, welches Etablissement sich explizit dem LGBT*IQ-Publikum verschrieben hat.
Regenbogenfähnchen an der Eingangstür und die Navigation mit Smartphone-Apps helfen zwar ein bisschen, aber es fühlt sich anfangs doch mehr an wie eine queere Schnitzeljagd als leichtfüßiges Bar-Hopping.
Und damit hat das Gay-Nachtleben von Tel Aviv ein Merkmal mit der schwul-lesbischen Szene in Frankfurt gemein: Für Ortsfremde ist es zunächst unübersichtlich.
Deswegen hat man unlängst in der Szene einige Ideen gesammelt, um unseren Gästen von außerhalb noch unübersehbarer zu zeigen, wo LGBT*IQ in Frankfurt besonders willkommen sind.

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Polizei und LGBT*IQ - Meine Oktober-Kolumne im GAB-Magazin

jessica purkhardt illuIch gebe zu überrascht gewesen zu sein, als ich vor vielen Jahren zum ersten Mal Polizisten mit eigenem Stand auf einem CSD bemerkte.
Denn Infostände von Indianern, Matrosen, Bauarbeitern und Cowboys waren nirgends zu sehen.
Es konnte sich deshalb also keinesfalls um eine Wiederaufnahme der Village People handeln – sondern um echte Polizei!
Schon längst gehört nun der Pavillon des Verbandes lesbischer und schwuler Polizeibediensteter (VelsPol) auf vielen Großstadt-CSDs zum gewohnten Bild.
Und in elf Bundesländern gibt es bei der Polizei bereits Ansprechpartner*innen für gleichgeschlechtliche Lebensweisen (AgL). Sie können die Strafanzeigen von Opfern LGBT*IQ-feindlicher Straftaten aufnehmen, Erstberatung geben und vermitteln nötigenfalls weiterführende Hilfe.

Die Einrichtung solcher Institutionen bei den Strafverfolgungsbehörden und die Stärkung LGBT*IQ-sensibler Polizeibediensteter sind insofern bedeutend, als dass Polizei und Justiz über den größten Teil des Bestehens der Bundesrepublik männliche Homosexualität verfolgten und queeres Leben damit insgesamt unterdrückten.

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