Für einen Steinfußboden unangemessen angezogen sitze ich gerade im Frankfurter Kulturausschuss, der coronabedingt im Ratskeller des Römers stattfindet. Es geht um die Standort- und Variantenuntersuchung für den Neubau der Städtischen Bühnen und ich hätte Socken anziehen sollen.
Für einen Steinfußboden unangemessen angezogen sitze ich gerade im Frankfurter Kulturausschuss, der coronabedingt im Ratskeller des Römers stattfindet. Es geht um die Standort- und Variantenuntersuchung für den Neubau der Städtischen Bühnen und ich hätte Socken anziehen sollen.
Flatterband, Plexiglas und „Reserviert“-Schildchen prägen wie überall sonst auch die Atmosphäre unserer LGBTIQ*-Lokale. Manche Gäste wagen es noch immer nicht wieder auszugehen, weil sie sich um ihre Gesundheit sorgen. Andere sind wieder da, übererfüllen die Abstandsgebote um das Doppelte und tragen ihren Mundschutz so konsequent und selbstverständlich, dass sie ihn erst dann bemerken, wenn der erste Schluck Weißwein deutlich trockener ausfällt als sonst. Wieder andere benehmen sich, als wäre alles bloß ein schlechter Traum gewesen, werfen die Arme auf, um sich gegenseitig zu herzen, und wenn sie mir was erzählen, stehen sie dabei so nahe, dass auch die Vor-Corona-Wohlfühldistanz deutlich unterschritten wird. Das ist ziemlich rücksichtslos. Denn wenn jemand keine Bedenken hat, gilt das zunächst leider nur für ihn selbst und nicht zwangsläufig auch für das Gegenüber.