Hätte ich geahnt, welche Temperaturen das Termometer heute erklimmen würde, wäre ich vielleicht doch schon etwas früher mit dem Motorrad aufgebrochen, statt mich im Hotelzimmer noch ewig von stetig eintrudelnden Emails aufhalten zu lassen. Im Grunde wäre es aber egal gewesen, denn schon um 11 Uhr herrschte ein Gluthitze über der Lüneburger Heide. Den Titel "Heide-Inferno" habe ich dieser Motorradtour urpsünglich gegeben, weil ich in ihrem Verlauf an Stationen vorbeikomme, die so furchtbar sind, dass sie alle auf die eine oder andere Weise mit dem Begriff Inferno bezeichnet werden dürfen. Der Gedenkort für die umgekommenen Feuerwehrmänner bei der Waldbrand-Katastrophe in der Lüneburger Heide im Jahr 1975. Dann jene Straßenbrücke bei Eschede, wo 1998 das schlimmste Zugunglück der deutschen Geschichte stattfand und vorgestern der Besuch des ehemaligen Konzentrations- und Kriegsgefangenenlagers Bergen-Belsen, in dem das zehntausendfache Leiden und Sterben die Hölle auf Erde war.
Wie harmlos ist daran gemessen die heutige Erfahrung eines heißen Sommertages, der in Motorradschutzkleidung zwar belastend aber erträglich ist. Allerdings strahlte der Motorradantrieb auch während der Fahrt so eine Wärme ab, dass ich unwillkürlich die Füße auf den Fußrasten der Maschhine weiter nach außen stelle. Nur Dank der barmherzigen Landbevölkerung der Lüneburger Heide und der Wasserleitungen auf Friedhöfen habe ich heute auf dem Motorrad die 35,5° Grad, die mir während der Fahrt angezeigt wurden, überstanden.
"Moment, ich muss mal helfen", sagt der Geschäftsmann in sein Handy und legt es weg, um einer Frau den Kinderwagen in den Waggon zu wuchten.
Im Hintergrund joggt ein Dutzend Ärzte und Ersthelfer zu einem durchgesagten Notfall in Wagen 27.
Mit meinem Helfersyndrom bin ich im ICE heute nicht allein.
Da vorne sehe ich das Viertelrund eines Döners alu-silbern glitzern, schräg gegenüber wird das erste hartgekochte Ei gepellt und nach Hausmacher Wurst roch es schon beim Einsteigen. Der ICE Berlin-Frankurt ist heute noch mehr als sonst eine olfaktorische Provokation.
Das wäre ein blöder Abschluss einer Reise gewesen, die ich sogar als Urlaub bezeichnen würde. Obwohl ich das selten tue und ich auch zwei Wochen körperlich gearbeitet habe. Doch an einem der letzten Tage lag ich abends im Bett und dachte: „wie Urlaub“.
Heute Morgen hatte ich die Idee das Motorrad schon aus der Tiefgarage zu holen, wo ich es vor zwei Wochen abgestellt hatte und zum Beladen vor das Hotel zu fahren.
Wegen "besetzter Gleise in Spandau" wird es mal wieder knapp. Aber die DDR-Läuferin Marlies Göhr schaffte die 100 Meter 1983 in 10,81 Sekunden. Langt also locker.
Im ICE per App eingecheckt und mich deshalb nicht gemeldet, als die Zugbegleiterin nach neu Zugestiegenen fragte.
Seitdem wirft mir meine Sitznachbarin vorwurfsvolle Blicke zu.

Seit Anfang 2020 dokumentiere ich, welche Strecken ich auf meinen Reisen zurücklege. Entstanden ist die Idee aus dem Wunsch, einmal sichtbar zu machen, wo auf der Welt ich bereits unterwegs gewesen bin – und wo auf meiner persönlichen Landkarte noch weiße Flecken liegen.
Osoji ist mehr als ein gründlicher Hausputz. Der japanische Begriff Ōsōji bedeutet sinngemäß „große Reinigung“ und beschreibt eine Haltung, bei der äußere Ordnung und innerer Neubeginn miteinander verbunden werden.
Wie ich mich beim Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge engagiere – und warum aus einem ersten freiwilligen Einsatz eine immer größere Aufgabe geworden ist.
Rauer Seegang, wenig Schlaf und ein Wiedersehen im Hafen: Tag 27 bringt mich zurück nach Tahiti.
Ein Banjo über dem Meer, ein Boot auf dem Rückweg und ein Mann, der mehr über die Welt verstanden hat als viele Bücher. Auf den Marquesas wird Zeit plötzlich greifbar – und Geschichte persönlich.
Ein Tag, der nach Umkehr roch, wurde zu einem Tag, der bleibt. Strömender Regen, Wasser in den Schuhen und ein junger Begleiter aus Huahine führten mich zu Orten, die ich allein nie gefunden hätte.
Auf Tanna setzen Georg Forster, sein Vater und Dr. Sparrmann ihre naturkundliche Erkundung fort – immer auf der Suche nach Wissen, Zeichen und Vertrauen.
Die 74. Folge von Voyage2Go History führt auf die abgelegene Insel Mallicollo im heutigen Vanuatu – ein Ort voller Gegensätze. Die Crew der Resolution wird dort freundlich empfangen, stößt aber auf eine Gesellschaft, die sich deutlich von anderen Südseevölkern unterscheidet. Frauen treten kaum in Erscheinung und scheinen von gesellschaftlicher Teilhabe ausgeschlossen. Während sie schwere Lasten...
In der 2. Folge der Reise mit Captain Cook und Georg Forster um die Welt verlässt die HMS Resolution Madeira und erreicht bald die Kanarischen Inseln. Auf den Kapverdischen Inseln setzt sich Forster kritisch mit den Inselherrschern und den Lebensbedingungen der Einheimischen auseinander. Außerdem verrät er ein explosives Mittel gegen die Seefahrerkrankheit Skorbut. Schließlich überqueren sie den...
Vanderbilt kam als viertes Kind zur Welt. Seine Vorfahren väterlicherseits stammten aus der Gemeinde De Bilt in der Provinz Utrecht, Niederlande. Die ursprüngliche Form des Familiennamens lautete van der Bilt, das heißt „aus De Bilt“. Diese Vorfahren wanderten 1650 aus. Vanderbilts Vater war ein armer Bauer und verdiente zusätzlich Geld mit Boottransportgeschäften im New Yorker Hafen. Vanderbilt...
Wer nach Athen reist und von dort aus weiter zu den griechischen Inseln möchte, muss oft den Fährhafen von Piräus erreichen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, vom internationalen Flughafen Athen (Eleftherios Venizelos) dorthin zu gelangen. In diesem Blogbeitrag werde ich die Vor- und Nachteile der verschiedenen Transportmittel erläutern und erklären, warum ich persönlich die Metro für die...
Die Amischen sind eine Glaubensgemeinschaft mit Wurzeln in der reformatorischen Täuferbewegung, die überwiegend in den USA lebt, aber überwiegend von Südwestdeutschen oder Deutschschweizern abstammt. Sie sprechen untereinander meist Pennsylvaniadeutsch. Die Bezeichnung leitet sich vom Namen ihres Begründers Jakob Ammann ab. Vom Hauptstrom der Täufer, den Mennoniten, trennten sich die Amischen im...