Während in Deutschland über das Weitter über die Osterfeiertage wohl nicht so besonders war, war es hier, im südindischen Tamil Nadu, knallheiß. Bei 38° ist der Gedanke, ein Schwimmbad aufzusuchen, nicht weit entfernt. Und nachdem meine Kollegin und ich glücklicherweise über die Nutzungsrechte für einen Motorroller verfügten, war der Gedanke auch schnell in die Tat umgesetzt und nur zehn Minuten Fahrt trennten uns von dem Swimmingpool eines nahe gelegenen Hotels.
Dort angekommen, galt es allerdings sich mit der Tatsache auseinanderzusetzen, dass von "kühlem" Nass keine Rede sein konnte, denn bei der gegenwärtigen Trockenzeit-Hitze bleibt kein stehendes Gewässer dauerhaft kühl. So konnte ich dann auch ohne zu frieren, die Arme mit einer Zeitschrift auf den Beckenrand gestützt, weitgehend schwerelos im Becken dümpeln, ohne zu frieren. Nur weil irgendwann doch die Arme lahm werden und die Haut verschrumpelt verlässt man dass Becken. Sonst lieber nicht.
Heute war ich zu Besuch in einer Baumwoll-Spinnerei im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu. Das ist deshlab so erwähnenswert, weil dort unter vorbildlichen Arbeits- und Produktionsbedingungen Garne gesponnen und daraus Stoffe gewirkt werden. Auf der Hinfahrt hatte ich mir Arbeiterinnen ausgemalt, die bis zu den Knöcheln in Baumwollflocken stehen, deren Nasenlöcher Ränder aus weißem Staub haben und unter den Anlagen umherkriechen um verklemmte Faserstränge aus den Maschinen ziehen.
In Wirklichkeit fuhren ohne Unterbechung automatische Sauger an den Spindelrollen vorbei. Zusätzlich wurde fortlaufend gekehrt. Ein Betrieb, den man ebenso in Europa erwarten würde.
Nicht überall auf der Welt ist es selbstverständlich, dass sich JounalistInnen frei bewegen und von überal berichten dürfen. In den Metropolen Indiens ist das kein Problem, bei Besuchen auf dem Land möchte die örtliche Polizeibehörde aber doch darüber informiert werden. Dabei geht es nicht darum, Genehmigungen zu erteilen oder gar den Zustritt zu bestimmten Landesteilen grundsätzlich zu verwehren; aber Indien ist ein Land im Umbruch, in dem mdie Spannungsfelder der vergangenen Jahrzehnte noch immer bestehen, auch wenn sie heute nicht mehr in offene Konflikte aufbrechen.
Weil nun also die Polizeibehörde in Hyderabad, die für den Bundessytaat Andrah Pradesh zuständig ist, gerne wissen wollte, wer in ihren Dörfern unterwegs ist, brauche ich meinen Pass. Und weil ich den sicherheitshalber aber unpraktischerweise nicht immer dabei habe, musste ich von der Textilmanufaktur in Tiruppur, in der ich heute meine Recherchereise in Indien begonnen habe, gleich wieder in meine Unterkunft zurück fahren um den Pass zu holen. Dabei entstand dieses Video.
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