Queer

  • Die Grenzen des Alphabetismus - meine Mai-Kolumne im Gab-Magazin

    Wie wunderbar es doch ist, wenn sich ein queeres Event mit einem Straßennamen benennen lässt. Dem „Cristopher-Street-Day“ ist das vergönnt.
    Dem „Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter-, Trans- & Asexuellenfeindlichkeit“ (IDAHOBITA) nicht. Angefangen hatte auch dieser Gedenktag mal als „International Day Against Homophobia“ (IDAHO), der an den 17. Mai 1990 erinnerte, als die Weltgesundheitsorganisation Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel für Krankheiten strich.
    Der IDAHO, der einstmals leicht erinnerbares Akronym zum gleichnamigen Wildwest-Bundestaat war, ist mittlerweile über die Grenze eines Buchstaben“kurz“wortes hinausgeschossen.

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  • Die Übergangsjacke - Meine Oktober-Kolumne im GAB Magazin

    Zwischen den Zeilen

    Die Übergangsjacke

    Nicht wenige starren in diesen Tagen in hypnotischer Bereitschaft auf das Display ihres Telefons in der gebannten Erwartung eines eingehenden Anrufs mit schwedischer Vorwahl. Denn in diesem Monat unterrichtet das Nobelpreis-Komitee in Stockholm traditionell die diesjährigen Preisträger*innen über ihre Auszeichnung.
    Und wer wollte schon in so einer unvorbereitet-peinlichen Lage davon erfahren, wie seinerzeit Günter Grass, der die Mitteilung seiner Würdigung in einem Zahnarztstuhl empfing.  

    Unterdessen sind die Einzelhändler damit befasst, rechtzeitig die Schokoladen-Nikoläuse in ihren Ladenauslagen zu drapieren, um in ihrem Berufstand nicht als Gescheiterte zu gelten.

    Wenn uns dann u(h)rplötzlich mitten in der Nacht auch noch die vor einem halben Jahr qualvoll entwundene Sommerzeit-Stunde zurück erstattet wird, müssen wir anerkennen:

    Es ist Oktober geworden.

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  • Empfang für die hessischen LSBT-Gruppen im Landtag

    LGBT-Sommerempfang 2015 - 1 Auch in diesem Jahr hat die Vizepräsidentin des hessischen Landtags wieder Hammann wieder zum traditionellen Sommerempfang für die LSBTTIO-Gruppen aus Hessen eingeladen.
    In diesem Jahr bin ich zum vierten Mal eingeladen gewesen und es ist jedes Jahr wieder schön, die anderen engagierten Aktivist*innen zu treffen. Die meisten von uns sind ja in mehreren Gruppen engagiert, weswegen es immer interessant ist, am Namensschild abzulesen, in welcher Funktion die/der Gespärchspartner*in gerade da ist.

    Wie in jedem Jahr findet der hessische Empfang für die Regenbogencommunity im Musiksaal des hessischen Landtags statt. Die Landesarbeitsgemeinschaft queerGrün, der ich angehöre und für die ich am Empfang teilgenommen habe war zahlreich -um nicht zu sagen komplett- angetreten. Dieses Mal war dann auch die Klimaanlage in Funktion, denn ich erinnere mich, dass sie es bei meinem letzten Besuch nicht gewesen war und uns allen furchtbar heiß war.
    Das ist offenbar aber keine rein hessisches Problem:
    Anfang Mai war ich bereits in Berlin auf dem Regenbogen-Empfang der GRÜNEN Bundestagsfraktion in den Bundestag eingeladen. Damals hatte man nicht mit so vielen Teilnehmer*innen am Empfang gerechnet, so dass es im Indoor-Amphitheater im Bundestagsgebäude recht bald brütend heiß geworden war.

  • Ende der Ignoranz - Meine Oktober-Kolumne im GAB-Magazin

    Wenn, dann richtig. Gleich drei Polizeifahrzeuge nebst einem Dutzend Polizeibeamt*innen sah ich bei meinem jüngsten Szenestreifzug entlang der Alten Gasse im Frankfurter schwulen Bermudadreieck. Das sind drei mehr als noch vor einem Jahr, wobei eines schon seit geraumer Zeit täglich und rund um die Uhr vor dem ukrainischen Konsulat postiert ist und trotzdem die vermehrten Angriffe auf queere Szenegänger*innen in diesem Jahr nicht verhindern konnte. Nach den im Abstand von wenigen Wochen wiederholt öffentlich gewordenen, teilweise schweren Gewalttaten gegen Angehörige der Community war absehbar, dass Politik und Polizeiführung es nicht mehr bei den Worthülsen der Vorjahre belassen. Ein sichtbares Zeichen war dringend notwendig, dass man sich nicht nur regelmäßig freut, wie „bunt“ Frankfurt ist, sondern auch bereit ist, diese Buntheit zu schützen. Ein Symbol dieser Farbenpracht ist der Regenbogenkreisel im Viertel. Auf dem steht jetzt ebenso symbolisch und gut sichtbar gelegentlich ein Streifenwagen. Genau darum geht es. Die zusätzlichen Schutzkräfte sind nun in der Alten Gasse und nicht mehr dort, wo sie zu dieser Zeit bislang eingesetzt waren. Die Prioritäten wurden, zumindest vorübergehend, verschoben, und es ist für die Community wichtig zu sehen, dass ihre Belange jetzt ernst genommen werden.

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  • Entspannt euch! - Meine Januar-Kolumne im GAB-Magazin

    Nach Vollendung des 18. Lebensjahres ist man bei uns volljährig. Mit einem Mal darf man berauschend viel mehr tun und lassen als noch wenige Tage vor diesem Stichtag. Über Nacht hat man auch die Pflicht zur eigenen Fürsorge ererbt, die bislang bei den Eltern lag. Sich um einen Menschen zu kümmern, ist jedoch eine große Herausforderung und keineswegs allen in die Wiege gelegt. Auch nicht die Sorge für sich selbst. Dabei geht es nicht in erster Linie um die Aufsicht über eine vernünftige Ernährung, pünktliches morgendliches Aufstehen, den Kontostand und das regelmäßige Anlegen frischer Unterwäsche. Wer hier versagt, bekommt es recht schnell von seiner Umgebung mitgeteilt.

    Wichtiger ist die Verantwortung für eigene Ressourcen, die sich kaum messen lassen, sodass ihr erhöhter Verbrauch oft erst bemerkt wird, wenn schon die Reserven verbraucht sind. Nicht nur die monatlichen Geldmittel wollen sorgsam eingeteilt werden; auch die Zeit für uns selbst, das Maß an Aufmerksamkeit für unsere Umwelt, die Distanz und Nähe zu anderen Menschen und die Kraft unseres Engagements sind endlich und sollten deshalb regelmäßig auf ihren Füllstand geprüft werden. Denn wenn unser inneres Räderwerk trocken läuft, nimmt der Verschleiß erheblich zu, und bevor man merkt, dass es im Seelengetriebe knirscht, kommt schlagartig der Stillstand. Die Selbstreparatur dauert dann lange, ist wiederum ressourcenintensiv und manchmal nicht ohne fremde Hilfe zu schaffen. Nicht nur anderen, sondern auch sich selbst etwas Gutes zu gönnen, ist also nicht nur eine pflichtgemäße Wartungsarbeit, sondern eine lohnende Investition in uns selbst.

    Die ganze Kolumne in der November-Ausgabe des GAB-Magazins weiterlesen

  • F.A.Z.: "Gedenken an Opfer transphober Gewalt"

    "[...] Jessi­ca Purk­hardt von der Aids­hil­fe sagte, es gebe auch in Frank­furt Orte, die Trans­per­so­nen, aber auch homo­se­xu­el­le und queere Menschen mieden, weil sie mit verba­len oder körper­li­chen Über­grif­fen rech­nen müss­ten. Zwar sei es rich­tig, sich bei Bedro­hun­gen oder Gewalt­ta­ten an die Poli­zei zu wenden, aber auch mit der Poli­zei hätten manche Trans­per­so­nen schon schlech­te Erfah­run­gen gemacht. [...]"

    Der ganze Artikel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 21. November 2020

  • Feiern in der Krise - Meine Juni-Kolumne im GAB-Magazin

    Neulich lief ich an einem Garten vorbei, und unter der Pergola hörte ich Stimmen. Viele. Und Gelächter. Es war eine private Gartenparty mit etwa drei Dutzend Gästen. „Unerhört“, dachte ich bei mir und suchte im Geiste nach der aktuellen 7-Tage-Inzidenz, den entsprechenden Höchstteilnehmer*innenzahlen und gültigen G-Regeln. Wie mittlerweile wahrscheinlich die meisten, bin ich hier aber längst nicht mehr auf dem Laufenden. Nachdem die große Politik Covid-19 trotz der mitunter vierstelligen Inzidenzen laufen ließ, lassen die Menschen im Land es nun auch laufen. Mit von unzähligen Schnelltests lederhäutig gewordenen Nasenscheidewänden sitzen sie nicht mehr ganz 1,5 Meter auseinander, geben sich aus Gewohnheit lieber weiterhin die Ghetto-Faust statt der Hand und fremdeln auch in der queeren Szene noch mit der potenziell schmierinfektiösen Küsschen-Küsschen-Begrüßung. Über Corona selbst redet man nun erst recht nicht mehr. Während eine europäische Nation in einem Tag für Tag gnadenloseren Krieg um ihren Fortbestand kämpft, mutet das unziemlich an. Über die eigene Versorgungslage tauscht man sich dagegen unbefangener aus, denn Sonnenblumenöl ist jetzt das neue Toilettenpapier. Weitgehend vergessen, weil sie nichts produzieren, was im deutschen Supermarktregal fehlt, sind aber die Menschen im äthiopischen Tigray, dem kurdischen Nordirak oder im Jemen. Wo war noch mal Afghanistan?

    Die ganze Kolumne in der Juni-Ausgabe des GAB-Magazins weiterlesen

  • Forschungsvorhaben zur Lebenssituation von Trans* und Queers in Hessen

    Pressemitteilung des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration

    Wiesbaden. „Ich freue mich, dass wir die Lebenslage und Lebenserfahrungen von Trans* Personen und Menschen, die aus dem binären Geschlechtermodell herausfallen (Queers) durch das Forschungsvorhaben näher beleuchten und fördern können“, erklärte der Bevollmächtigte für Integration und Antidiskriminierung, Staatssekretär Jo Dreiseitel, anlässlich der Gewährung der Fördermittel in Höhe von 20.000 Euro aus dem Landesaktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt. Der Verein „broken rainbow e.V.“ aus Frankfurt erhält die Mittel für ein Forschungsvorhaben zur Lebenssituation der Trans* und Queers in Hessen. Broken Rainbow e.V. befasst sich seit nunmehr 14 Jahren mit den Themen Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen wegen der sexuellen Orientierung bzw. der Geschlechtsidentität und ist mit dem vorhandenen fachlichen Know-How ein verlässlicher Partner.

  • FR: "Frankfurt: Der Schock sitzt tief"

    "[...] Auch Jessica Purkhardt, Vorsitzende der Aids-Hilfe ist erschüttert. Gleichwohl ist sie nicht überrascht, dass der Übergriff auf der Zeil stattfand. „Menschen, die als lesbisch, schwul oder trans* gelesen werden können, haben dort weniger Freiheiten und müssen mehr auf sich achten als andere“, sagt sie.
    Für Purkhardt ist die Zeil eine No-go-Area. Also ein Ort, der für bestimmte Menschengruppen zu gefährlich ist. Sie übt Kritik und fordert von allen Frankfurter:innen Solidarität: „Eine Stadtgesellschaft darf es nicht hinnehmen und muss sich dagegen wehren, dass ein Teil von ihr Orte im Herzen der Stadt nach Einbruch der Dämmerung sicherheitshalber meiden muss.“ [...]
    Auch die Frankfurter Polizei teilt die Ansicht von Purkhardt nicht, dass die Zeil ein gefährlicher Ort für queere Menschen sei. Im Jahr 2019 kam es nach Polizeiangaben zu zehn Fällen mit homo- und transphobem Hintergrund. Diese verteilten sich auf das gesamte Stadtgebiet. „Uns liegen auch keine Erkenntnisse vor, dass es in dieser Hinsicht eine Zunahme von Übergriffen oder dergleichen im Bereich der Zeil gab“, sagt Marc Draschl, Pressesprecher der Polizei.
    Purkhardt widerspricht dem vehement: „Die Dunkelziffer ist hoch. Die Statistiken sind keine verlässliche Quelle, denn sie geben nur einen Bruchteil an Gewalt gegen queere Menschen wieder.“
    [...]

    Der ganze Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 20. November 2020

  • FR: "Frankfurt: Gedenken an Opfer von transphober Gewalt"

    "[...] Dies sind nur die statistisch erfassten Fälle. Die Dunkelziffer wird deutlich höher geschätzt“, sagt Jessica Purkhardt, Vorsitzende der Aids-Hilfe. [...]

    Der ganze Artikel in der Frankfurter Rundschau vom 20. November 2020

  • GAB-Magazin: "CSD der Regenbogen Super-Heroes"

    Foto: Björn Bernd

    "Zur Einstimmung auf die Filme begrüßten Markus Pritzlaff vom GAB Magazin und Joachim Letschert vom CSD-Verein die Gäste; zur anschließenden Talkrunde mit Joachim Letschert, Andreas aus der Radio Sub-Redaktion Bäppi La Belle und Jessica Purkhardt gesellte sich spontan ein Gast aus dem Publikum"

    Der ganze Artikel im GAB-Magazin vom 23. Juli 2019

  • GAB-Magazin: "ERMIS beim Athens Pride"

    [...] "Unterstützung beim Projekt „Athens Pride“ erfuhr ERMIS dabei von den Aktivistinnen Jessica Purkhardt und Harpreet Cholia. [...]"

    Der ganze Artikel auf GAB-Magazin am 6. Juni 2018

  • Geistige Bikini-Figur - Meine Dezember-Kolumne im GAB-Magazin

    jessica purkhardt illuDie gute Nachricht zuerst: Ab diesem Monat werden die Tage wieder länger. Die schlechte ist, dass ausgerechnet der Sonntag in diesem Monat der kürzeste Tag des Jahres und der größte Teil des Dezembers darüber hinaus ziemlich dunkel sein wird.
    Alleinsein fällt da noch schwerer als ohnehin schon. Neben allen rechtlichen, gesundheitlichen und gesellschaftlichen Widerständen, denen sich LGBT*IQ gegenüber sehen, ist Einsamkeit unter ihnen eine besonders verbreitete soziale Herausforderung.
    Community bedeutet zwar Gemeinschaft, nichtsdestotrotz sind viele ihrer Mitglieder sehr alleine. Die Ursachen sind mannigfaltig, sie Aufzuzählen hilft nicht weiter, denn an den meisten kann man nichts ändern und mit Absicht in einer Winterdepression stürzen, wollen wir uns ja nun auch nicht.

    Viel sinnvoller ist es, anzuführen, was hilft. Die bloße Investition in eine Tageslichtlampe und Alkohol tut es nicht. Das sehen wir an den Skandinaviern, deren Heimat bis über den Nordpolarkreis hinausreicht, wo es besonders lange dunkler Winter ist.

    Wo Geselligkeit fehlt, muss man sie suchen. Glücklicherweise ist die LGBT*IQ-Szene diesbezüglich eine ergiebige Fundgrube. Beinahe jeden Tag bietet sie Kultur- und Unterhaltungsveranstaltungen von unterschiedlicher Tiefsinnigkeit.
    Wer sich regelmäßig mit dieser soziokulturellen Lichtdusche abbraust, für die*den beginnt in diesem Jahr schon im Dezember der Frühling.

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  • GRIECHENLAND: Auf dem Athens Pride 2018

  • GRIECHENLAND: Auf dem Athens Pride 2018

  • Heimat Szene - Meine Oktober-Kolumne im GAB-Magazin

    Kann die Szene Heimat sein? Eine Frage, die mich einmal mehr umtreibt, seit ich unlängst im Büro eines Kollegen eines Plakates der Deutschen Aidshilfe aus dem Jahr 2004 gewahr wurde, das ebendiese Frage stellt. Über Jahrzehnte rief der Begriff „Heimat“ hierzulande Assoziationen mit Schwarzwälder Bollenhut und Trachtenjankerl hervor, die als Stilmittel in sonntagnachmittäglich ausgestrahlten Heimatfilmen häufige Garderobe waren. In ihrer Zeit waren diese Formate erfolgreich, weil sie idyllische Gegenbilder zur Nachkriegsrealität zerstörter Familien und den Erfahrungen von Flucht und Vertreibung boten. Denn die inszenierten Filmwelten waren geprägt von Sehnsuchtsstoffen wie Liebe, Familie und Freundschaft. Themen, die in übertragener Weise auch die queere Szene ausmachen. Selbstverständlich ergänzt um ein ordentliches Maß Ausschweifung und Sex, die in den Kulissenlandschaften der 1950er-Jahre noch unausgesprochen bleiben mussten. Zum Leben gehören sie in Wahrheit aber im vorgeblich heilen Bergpanorama genauso wie in der schummrigen Szenekneipe. Mit allen individuellen Niederlagen, Verwerfungen und Verletzungen, die sie mit sich bringen können. Das Plakat, das mir ins Auge fiel, empfiehlt deshalb „Aufmerksamkeit statt Nicht(be)achtung“. Denn auch die Szene ist nie eine heile Welt.

    Die ganze Kolumne in der Oktober-Ausgabe des GAB-Magazins weiterlesen

  • His Story, Her Story, Their Story - Meine November-Kolumne im GAB-Magazin

    Die Freude ist groß, wenn die Tür aufgeht und der Rollator im Zeitlupentempo, aber zielstrebig wie eh und je, auf den Stammplatz am Tresen der Frankfurter Szene-Bar zusteuert, der eilfertig geräumt wird. Mit seinen heute 97 Jahren ist „die Prinzessin“ nur knapp am Kaiserreich vorbeigeschrammt, hat die dunkelste Zeit des 20. Jahrhunderts überlebt und die auch danach fortgeführte Verfolgung homosexueller Männer in der Bundesrepublik überstanden. Er ist ein bescheidener Mann und macht in seinem Alter nicht mehr viele Worte. Obwohl er einiges zu erzählen hat. Dabei ist unwahrscheinlich, dass er ausgerechnet ein Lamento über die unlängst in einigen deutschen Städten ausgerufene Sperrstunde anstimmt. Um 23 Uhr, da Frankfurter Klubbesucher erst unter die Dusche gehen und man in Berlin aus dem Mittagsschlaf erwacht, hat „die Prinzessin“ schon längst wieder das Gefährt zwischen den Barhockern durchmanövriert und den Heimweg angetreten.

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  • Hoffnungsschimmer und Zerrbilder - Meine Dezember-Kolumne im GAB-Magazin

    Der Überlieferung nach soll der wahnsinnige Kaiser Nero Rom angezündet und danach mit seiner Lyra vom Palast-Balkon auf seine brennende Stadt herab gesungen haben. In Teilen scheint dieses Bild auf üble Nachrede einiger Geschichtsschreiber zurückzugehen. Dagegen ist gesichert, dass der scheidende US-Präsident Trump nachts vor den laufenden ABC-Nachrichten saß und per Twitter Öl ins Feuer goss, während draußen die Vereinigten Staaten seelisch und oft genug auch tatsächlich brannten. Nachdem mit der US-Präsidentschaftswahl der Spuk nun vorüber ist, atmen wir nicht nur in Europa auf. Besonders die LGBTIQ*-Community in den USA hatte sich vor einer erneuten Amtszeit Donald Trumps gefürchtet. Schon in der ersten war damit begonnen worden Transgender zu gängeln und unsichtbar zu machen. In der zweiten wäre wohl versucht worden, das Recht auf gleichgeschlechtliche Ehe rückgängig zu machen. Nun ist der Ausgang der US-Wahl also ein Hoffnungsschimmer am Ende eines Jahres, das ganz im Zeichen einer weltweiten Pandemie stand, die unseren bislang schrankenlosen Horizont sehr klein werden ließ. Eine gute Nachricht nach Monaten des Lockdowns, in denen uns zuletzt mörderische Terroranschläge in Deutschland und seinen Nachbarländern bewusst machten, dass weder eine globalisierte Welt noch eine offene Gesellschaft selbstverständlich sind und immer auch einen Preis haben.

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  • Höher, schneller, inklusiver - Meine September-Kolumne im GAB-Magazin

    Die September-Kolumne von Jessica Purkhardt im GAB-Magazin

    Nun beginnt die heiße Phase, in der es um alles geht. In der Entscheidungen fallen werden, die nicht nur die nächsten vier Jahre Bestand, sondern die für nicht wenige Menschen in diesem Land grundsätzlich einen hohen Stellenwert haben. Die Einzelkämpfer*innen der Riege müssen jetzt vor großem Publikum auf sich allein gestellt ihre mentale Stärke beweisen, während andere als Team zusammenstehen, maximalen persönlichen Einsatz zeigen und trotzdem die eigenen Ansprüche hintanstellen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen.

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  • Impfstoff gegen Vorurteile - Meine Juli-Kolumne im GAB-Magazin

    jessica purkhardt illuFlatterband, Plexiglas und „Reserviert“-Schildchen prägen wie überall sonst auch die Atmosphäre unserer LGBTIQ*-Lokale. Manche Gäste wagen es noch immer nicht wieder auszugehen, weil sie sich um ihre Gesundheit sorgen. Andere sind wieder da, übererfüllen die Abstandsgebote um das Doppelte und tragen ihren Mundschutz so konsequent und selbstverständlich, dass sie ihn erst dann bemerken, wenn der erste Schluck Weißwein deutlich trockener ausfällt als sonst. Wieder andere benehmen sich, als wäre alles bloß ein schlechter Traum gewesen, werfen die Arme auf, um sich gegenseitig zu herzen, und wenn sie mir was erzählen, stehen sie dabei so nahe, dass auch die Vor-Corona-Wohlfühldistanz deutlich unterschritten wird. Das ist ziemlich rücksichtslos. Denn wenn jemand keine Bedenken hat, gilt das zunächst leider nur für ihn selbst und nicht zwangsläufig auch für das Gegenüber. Solche Situationen lassen sich natürlich überall beobachten, nicht nur in queeren Bars. Aber bei denen ist es besonders wichtig, dass sich alle Menschen dort wohl und sicher fühlen und nicht manche lieber zu Hause bleiben, weil sie um ihre Gesundheit fürchten. Wenn wir in der gegenwärtigen Situation etwas einüben können, dann ist es, die Bedürfnisse anderer Menschen noch mehr zu respektieren und aufeinander aufzupassen. Fähigkeiten, die auch nach Corona unverzichtbar sein werden.

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