Italien: Hubschraubereinsatz auf dem Friedhof

Manchen meiner Kameradinnen und Kameraden bei diesem freiwilligen Arbeitseinsatz auf dem Soldatenfriedhof Futa-Pass sehe ich an, dass sie gestern erst nach Mitternacht ins Bett gekommen sind. Auf der etwa 20-minütigen Busfahrt hinauf zum Futa-Pass war es heute Morgen außergewöhnlich ruhig. Wie an den anderen Tagen auch beginnen wir mit dem Freischneiden der Grabsteine und ich mache einige Transportfahrten mit dem Traktor.

Laut wird es auf einmal, als man einen Hubschrauber hört. Erst so, als würde er vorbeifliegen, dann kommt er aber zurück, beginnt über dem Friedhof zu kreisen, entfernt sich ein Stück und setzt dann zur Landung an. Es ist eine große, leistungsfähige Maschine der Feuerwehr. Am Boden steigen mehrere Personen aus. Zwei davon tragen keinen Helm und werden zu einem Baum geführt, wo sie sich offensichtlich erschöpft niederlassen. Einer der italienischen Gärtner geht dem ausgestiegenen Co-Piloten ein Stück entgegen, während wir rätseln, was es mit dem ganzen Spektakel auf sich haben könnte.
Als der Hubschrauber ohne die beiden Unbehelmten wieder abgehoben und weggeflogen ist, bringt er Licht ins Dunkel: Zwei junge Wanderer, eine Frau und ein Mann hatten sich auf ihrer Wanderung verirrt und riefen dehydriert den Notruf an. Der Hubschrauber fand sie, holte sie ab und flog sie hierher zu unserem Friedhof. Denn hier gibt es ausreichend freie Fläche, um sicher landen zu können und die Straße ist nicht weit. Die Wanderer waren eigentlich gar nicht so weit weg gewesen, wurde erzählt und die Feuerwehr habe diesen Einsatz sicher auch für ihr Training benutzt. Doch verirrt ist verirrt und man kann auch noch fünf Meter vor der Quelle verdursten, wenn man nichts von ihr weiß.

Bemerkenswert war, dass so eine gewaltige Maschine keinen Abdruck auf dem Wildrasen hinterlassen hatte, wo sie gelandet war. Ich stelle dagegen fest, dass mein kleiner Goldoni-Traktor mit jeder Fahrt dem Weg mehr zusetzt. Längst vermeide ich es über die Rasenflächen zu fahren, doch auch die befestigten Wege leiden unter der häufigen Belastung. In den kommenden Tagen muss ich effizienter hin- und herfahren und nicht schon wegen jeder Kleinigkeit.

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