Maschendrahtzaun im Holzschuppen war mein erstes Werk bei diesem Arbeitseinsatz

Niederlande: Erster Arbeitstag in Ysselsteyn

Bei diesem freiwilligen Arbeitseinsatz auf der deutschen Kriegsgräberstätte Ysselsteyn sind wir Teilnehmer nicht in einem Hotel sondern in den Unterkünften der dazugehörigen Jugendbegegnungsstätte untergebracht. Der Herbst ist auch in Holland angekommen und die Nacht war etwas kälter, als ich mir gewünscht hätte. Am Morgen wurden die in der kommenden Woche zu verrichtenden Arbeiten vorgetragen: Auf dem Friedhof sind Äste und Zweige, die die Stürme dorthin getragen hatten, zusammen zu räumen. In den Betten vor dem Informationszentrum sind Gräben für ein Bewässerungssystem auszuheben und Unkraut zu jäten. Das Sichtmauerwerk des Eingangsbereichs muss neu verfugt werden. Ob sich jemand mit dem Mauern auskenne? Hier hob ich die Hand.

Nach der Verteilung der Arbeiten begannen wir jedoch nicht unmittelbar damit, sondern gingen mit einem Mitarbeiter zunächst auf den Friedhof, um etwas über die Geschichte des Friedhofs zu erfahren. Hier liegen etwa 32000 Kriegstote. Kindersoldaten der Wehrmacht, die in den letzten Kriegsmonaten noch mit 17 ihr Leben verloren, angeschwemmte Matrosen der Kriegsmarine, internierte deutsche Zivilisten, die im Hungerwinter 1944/45 gestorben waren, ehemals niederländische Kollaborateure, die bei der Waffen-SS waren und denen die Niederlande deshalb die Staatsangehörigkeit aberkannt hatten, aber auch deutsche Kriegsverbrecher liegen hier unter der Mehrheit der einfachen deutschen Soldaten, die im Glauben ihre Pflicht bei der Verteidigung ihres Heimatlandes zu tun, gefallen waren.

Der Kriegsfriedhof ist beeindruckend, denn er ist von den Amerikanern gestaltet worden. Deshalb sind die deutschen Kriegstoten genauso in Einzelgräbern bestattet, wie die US-Armee das mit ihren Soldaten macht. Üblicherweise sind aber die deutschen Gefallenen in Massen- oder Kameradengräbern bestattet. Bei 32.000 Einzelgräbern hat der deutsche Friedhof deshalb eine gewaltige Ausdehnung und ist der flächenmäßig größte deutsche Soldatenfriedhof der Welt.

Ich begann mit einem Kollegen mit dem Verfugen der Eingangsmauer. Es dauerte einen Moment, bis wir ein gemeinsames Verständnis davon hatten, wie diese Aufgabe erledigt werden sollte. Immerhin habe ich das Maurerhandwerk mal als Berufsausbildung gelernt. Das war ein starkes Argument, dass der Kollege Rudi gelten ließ und wir verfugten so lange einträchtig vor uns hin, bis zum Mittagessen gerufen wurde. Zwischenzeitlich hatte der morgendliche Nieselregen immer mehr zugenommen und spülte uns den Zement wieder aus den Fugen und ließ den Mörtel zu feucht werden. Bei so starkem Regen kann man nicht mehr sauber verfugen. Deshalb reinigten wir gleich unser Werkzeug und räumten es weg. Nach dem Mittagessen übernahm ich mit Teamleiter Frank die Aufgabe, einen Holzunterstand mit Maschendrahtzaun auszukleiden, damit das dort aufgesetzte Feuerholz nicht mehr verrutschen kann. Eine Arbeit, die sich zu zweit gut erledigen ließ und nur etwas Tüftelei verlangte.

Nach dem Abendessen saß ich mi einigen Leuten aus dem Team noch zusammen und spielte Mäxchen/Lügen-Pasch und es war ein großer Spaß. Bei jedem freiwilligen Arbeitseinsatz kommt es immer auch auf die Arbeit an. Noch wichtiger ist aber, dass die Kolleginnen und Kollegen in Ordnung sind. Das ist dieses Mal bislang der Fall.    

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