Litauen: Angekommen am Kurischen Haff

Einige waren schon eine Weile wach, weil der Hahn, der neben dem Hotel wohnt, seiner frühmorgendlichen Aufgabe nachgekommen ist. Mit Ohrenstöpseln schlief ich aber bis kurz vor sieben und vermied es so, nicht einmal vom Wecker aus dem Schlaf geholt zu werden. Vor dem Nebengebäude des Hotels, das sicher früher mal der Stall gewesen war, warteten wir gut zwanzig Minuten. Dann kamen zwei junge Mitarbeiterinnen herbei geeilt, die man augenscheinlich gerade aus dem Bett geholt hatte. Offenbar gab es zwischen der Hotelleitung und unserem Einsatzleiter ein Missverständnis darüber, wann wir abfahren und zuvor frühstücken wollten. Im Handumdrehen hatten die beiden Frauen jedoch alles gerichtet und um neun Uhr begannen wir die letzte Etappe unserer dreitägigen Anreise zum Arbeitseinsatz für den Volksbund Kriegsgräberfürsorge im litauischen Klaipėda. Eine Weile schaukelten wir noch mit unserem Bus über die masurischen Landstraßen. Die russische Enklave Kaliningrad, das ehemalige Königsberg, liegt nun nördlich von uns und wir müssen beim polnischen Ort Suwalken durch den schmalen Korridor zwischen Weißrussland und dem Gebiet von Kaliningrad fahren.

Etwa 30 Kilometer vor der litauischen Grenze geraten wir auf der zweispurigen Autobahn in einen Stau. Eine Vollsperrung und nichts geht mehr. Fast zwei Stunden stehen wir unglücklicherweise an einer Stelle, wo die Autobahnfahrbahn etwa 10 Meter tiefer gelegt wurde, so dass wir keinen Blick auf die Landschaft haben, sondern lediglich auf grasbewachsene Böschung. Eine gute Gelegenheit um miteinander ins Gespräch zu kommen. Anlass ist meine Videokamera, mit der ich immer wieder einzelne Augenblicke unserer Reise ins Bild fasse und mit kleinen Aufsagern kommentiere. Wir sprechen über die neuen sozialen Medien und ich erzähle davon, mit welchem Anspruch ich meine Beiträge veröffentliche. Ursprünglich hatte ich einfach statt nur zu fotografieren mit dem filmen begonnen und dann aus dem halbwegs ansehnlichen Material kleine Filmchen geschnitten. Wenn überhaupt lud ich sie mit rudimentärem Titel und ohne Beschreibung bei YouTube hoch. Erst seit kurzem habe ich mir überlegt, dass es doch viel mehr Leute interessiert, wenn  ich zu den bewegten Bildern auch noch das ein oder andere erzähle.

Irgendwann geht es weiter und wüsste man es nicht, würde man wie fast überall in Europa die Grenze übersehen. In Litauen regnet es in Strömen. Ich hatte erwartet, dass wir spätestens hier reihenweise Militärfahrzeuge der NATO-Mitgliedsstaaten zu sehen bekämen. Doch nun stehen wir schon vor unserer Unterkunft im mittlerweile sonnigen Klaipėda. Außer unserem eigenen Bus und dem Pritschenwagen der Bundeswehr haben wir überhaut keine Militärfahrzeuge gesehen. Aber Klaipėda, deutsch: Memel, liegt auch ganz an der Küste. Zwar nahe an Kaliningrad aber weit von der Landgrenze zu Weißrussland entfernt. Wir sind im Amberton Hotel untergebracht. Das ist eine sehr renommierte Unterkunft am Platz, deren übliche Preise weit über das Budget gehen, die der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge für die Einquartierung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Freiwilligen Arbeitseinsätze aufwenden kann. Doch wir haben Unterstützer vor Ort, mit deren Hilfe es gelungen ist, einen vernünftigen Deal auszuhandeln, so dass wir uns nun zwei Wochen in schönen Zimmern mit Blick auf die Kurische Nehrung von unserer Arbeit ausruhen können.

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In meinem letzten Video waren wir zusammen in der Stadt Ipoh, am Kinta-Fluss. Malaysias ehemalige Stadt der Millionäre. In diesem Video verlassen wir nun die Zivilisation und fahren in den Taman Negara - den ältesten Urwald der Welt. Dort leben wilde Elefanten, die letzten malaiischen Tiger und der ebenfalls vom Aussterben bedrohte Schabrackentapir. Schon vom Tembeling-Fluss aus, ist der Regenwald beeindruckend. Doch ich will mitten rein und unternehme eine Dschungel-Wanderung. Dort mache ich die Begegnung mit ganz anderen blutrünstigen Wildtieren: Blutegel. Doch der Urwald ist nicht nur die Heimat einer beindruckenden Tierwelt. Hier gibt es neben den gewaltigen Riesen der Urwaldbäume auch Pflanzen die heilen können - oder töten.

In meinem neuen Video zeige ich euch Ipoh, die Stadt, die mal 100 Jahre "Stadt der Millionäre" war und erzähle euch vom britischen Gesandten J.W. Birch, der es hier auf die (Speer-)Spitze trieb- von der falsche Seite.

Meine Reise durch Südostasien geht weiter. Heute brechen wir gemeinsam auf in Thailands Wilden Westen - in die Provinz Kanchanaburi. Dort fahre ich durch den Dschungel bis ans Ende von Thailand und an die grüne Grenze zu Myanmar. Dort begegne dem Volk der Mon.

Es ist schon eine ganze Weile her, seit ich in Bangkok lebte. Damals gab es viele der Möglichkeiten den öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen noch nicht. Die Hochbahn war noch nicht erweitert und die U-Bahn auch nicht. Es gab auch die neuen zusätzlichen Buslinien noch nicht. Heute kann man mit Google die Verbindungen mit dem ÖPNV raussuchen und auch dann das Bussystem nutzen, wenn man kein Thai spricht.

Jessica Welt

Seit etwa einem Jahr lasse ich auf meinen Reisen einen GPS-Tracker mitlaufen und füge alle zurückgelegten Routen in diese Karte ein. Strecken, die ich auf dem Landweg zurückgelegt habe, kennzeichne ich orange, welche, die ich zu Fuß gelaufen bin in grün und die, die ich auf dem Wasser per Boot oder Schiff bewältigt blau.