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Stephen Hawking hatte recht!
Hinter Braunschweig kommt es gerade zu Fluktuationen im Raumzeit-Kontinuum.
"Wir haben Göttingen 23 Minuten vor Plan erreicht", ist die Durchsage im ICE.
Jetzt stehen wir dort halt 20 Minuten rum und es fühlt sich nicht wesentlich anders an, als wären wir zu spät.

jessica purkhardt illu„Es ist wie es ist“, lautet eine landläufige Floskel. Dabei stimmt das gar nicht. Die Dinge ändern sich und wir uns auch. Selbstvervollkommnung sei der Naturberuf des Menschen, verkündeten einmal die Humanisten. Soweit muss man nicht gehen. Unzweifelhaft lohnend ist aber sicherlich ein gesundes Maß an Selbstreflektion und Selbstverwirklichung. Voraussetzung dafür ist jedoch, sich selbst und den eigenen Lebensentwurf gelegentlich zu hinterfragen.

Für die allermeisten LGBT*IQ ist diese Selbst-Evaluation im Rahmen des inneren und äußeren Coming-Out-Prozesses unausweichlich. Das ist nicht leicht. War es nicht und wird es wohl auch nie sein. Gleichzeitig ist es aber gewissermaßen eine Pflicht-Chance. Denn die Mehrheit der hetero-  und cis-Personen kommt gar nicht in die Verlegenheit, sich selbst fragen zu müssen, ob man wirklich so leben möchte wie man lebt. Wenn die dann feststellen, dass Lesben, Schwule und Trans* aber so leben, dann kann das ein Gefühl der Unzufriedenheit erzeugen.

Der Nollendorfblog-Autor Johannes Kram vermutete neulich im Gespräch mit mir, dass es auch Homophobie geben würde, wenn es gar keine Schwulen und Lesben gäbe. Der größte Teil der Homophobie sei in Wahrheit Heterofrustration.
Ich fürchte die These hat einen wahren Kern.

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Im ICE nach Berlin sitzt mir heute eine Frau gegenüber, die rote Kontaktlinsen, Skeletthandschuhe, eine Halskette mit Rasierklinge und ein eingebranntes Kreuz im Dekolleté trägt.
Ihre Freundin ist dafür von einem Einhorn nicht zu unterscheiden.
Eventuell bin ich für die Hauptstadt underdressed.

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